Schnupperwoche im Schwerlastverkehr?

Im Mitteilungsblatt der Stadt Wetter gab es einen Hinweis auf eine Vollsperrung der
Kreisstraße 81 zwischen Wetter und Niederwetter von 16. bis 20. Juli.
Als Umleitung wird die Bundesstrasse 252 genannt.


Tja liebe Radfahrer, fahren wir eine Woche lang über die B252 zusammen mit den LKWs?
Bitte tun sie das nicht!
So viel vorweg: Bis heute Morgen ist die Straße noch offen gewesen!
Ich habe am Freitag Nachmittag (mangels eines Kontaktes für Rückfragen) beim
Unterzeichner nachgefragt wie die Umleitung für den Radverkehr geplant ist.
Leider habe ich bis dato keine Rückmeldung bekommen.
Von der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises konnte ich jedoch ein paar Details zur
Maßnahme erfragen:
Die K 81 muss demnach ab dem Abzweig Dorfstraße bis zum Ortseingang Wetter wegen
Leitungsverlegungsarbeiten im Bereich des Aussiedlerhofs „Im Wiesental“ gesperrt werden.
Zuständige Straßenverkehrsbehörde sei die Stadt Wetter.
Dort könne man auch erfragen, ob der Radverkehr den Baustellenbereich passieren kann.
Weitere Einzelheiten zur Baumaßnahme liegen dort leider nicht vor.
Mit diesen Informationen hab ich mir den Bereich des Hofes näher angesehen. Auf dem
Hofgrundstück führt ein Graben in Richtung Straße und endet zur Zeit ca. 5 Meter vor
dieser.
Wann genau der „Durchstich“ erfolgt habe ich nicht fragen können, da zu diesem Zeitpunkt
niemand von der Baufirma oder dem Hofbetrieb vor Ort war.
Also fahren Sie bitte NICHT über die B252, das wäre lebensgefährlich!
Sollten die Baustelle nicht passierbar sein, könnten Sie theoretisch über das Hofgrundstück
die Baustelle umgehen.
Bitte fragen Sie aber vor Ort um Erlaubnis, das ist ein Privatgrundstück!
Alternativ können sie etwas weiter aushohlen und über den Feldweg den Hof umfahren
(oder schieben).
Ideal wäre natürlich, wenn während der Bauarbeiten eine Überfahrmöglichkeit in Form einer
Metallplatte geschaffen würde.
Ich werde versuchen dies anzuregen!
Über diese Straße verlaufen mehrere regionale und überregionale Radrouten
– Lahn-Eder-Radweg und Verbindung Fernradweg R2 mit R8
– Otto-Ubbelohde-Radweg
– Burgwald-Radweg
– D-Netz Route 4
…und wir haben Ferienzeit!

Ich finde es mal wieder sehr ärgerlich, dass bei der Ankündigung im Mitteilungsblatt der
Radverkehr keine Berücksichtigung findet!
Außerdem ist kein Kontakt für Rückfragen angegeben!
Radverkehr ernst nehmen? Hier eher nicht!

 

Update 18.06.2018: Gerade berichtet mir eine blog-Leserin folgendes „Ich bin etwas daneben lang (abgestiegen übers Feld). War aber normaler Verkehr weil alle über den Hof sind. An mir sind bestimmt 6 Autos vorbei gefahren.“ Ein Bild hat sie auch mitgeschickt: 

Update 19.06.2018: ein Mitarbeiter der ausführenden Baufirma sagte mir, dass der Graben heute wieder geschlossen wird. Der Radverkehr kann somit leicht die Baustelle passieren. Aus den Rathaus Wetter gibt es derweil immer noch keine Rückmeldung!

Interessenkonflikt beim Rückbau asphaltierter Forstwege – Brief an die hessischen Ministerien

Über das Verhalten von Hessen Forst bzgl. Rückbau von asphaltierten Forstwegen wurde hier berichtet.

Was die aktuellen Auswirkungen in Marburg betrifft, gibt es bereits massiven Widerstand.

Zum Beispiel:

Da es aber nur eine Frage der Zeit ist, dass in der Region der nächste Wald-(Radweg) an der Reihe ist wollte ich darauf aufmerksam machen, das hier ein gravierender Interessenkonflikt für ganz Hessen besteht. Aus den Landesverbänden des ADFC oder des VCD hört man zu dem Thema leider gar nichts. Daher habe ich einen Brief an die hessischen Ministerien geschickt.

Hier der Brief: Interessenkonflikt beim Rückbau asphaltierter Forstwege

 

Ministerien:
1. Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, (Tarek Al-Wazir)
2. Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, (Priska Hinz)

Ich bin gespannt auf die Antwort!

Treisbachtalradweg – Kiesbremse in Amönau

Vor ein paar Tagen habe ich mich über das Mitteilungsformular der Stadt Wetter über den miesen Zustand des Treisbachtalradweges in der Ortslage Amönau beklagt. Trotz geringer Erwartungen hat mich die Antwort doch überrascht. Jeder, der den Weg in den letzten Wochen einmal gefahren ist wird ebenfalls überrascht sein über die Aussage, dass der Weg „gut begeh- und befahrbar“ ist.

Bevor der Weg vom Hochwasser zerstört wurde, konnte ich ihn mit einem City-Roller befahren. Im hinteren Teil Richtung Wiesengrund kann man noch sehen wie die Oberfläche einmal beschaffen war. Mit der jetzt aufgebrachten Schottermischung müssen noch viele Pferde ihre Exkremente darauf hinterlassen bis genug Bindemittel für eine glatte Oberfläche vorhanden ist! (-;

Da beschleicht mich doch wieder das Gefühl, dass die Radverkehrsförderung in der Fläche im Schatten von Leuchtturmprojekten wie hier und hier zurückbleibt.

Den betreffenden Weg hatte ich schon im Frühling 2016 aus einem anderen Grund bemängelt:
https://www.mein-marburg-biedenkopf.de/dialog/radverkehrsdialog-den-burgwaldkommunen/sturzgefahr

Das dort geschilderte Problem besteht nach wie vor und je unattraktiver diese Verbindung wird, um so mehr Radfahrer weichen auf die Straße aus.

 

Meine Anfrage bzgl. Wegeoberfläche:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich habe ein Frage zum Zustand des Verbindungsweg in Amönau zwischen den Straßen Am Bach und Wiesengrund.

Durch Überschwemmungen im Januar wurden Teile des Weges weggespült.
Über diesen Weg verläuft die Route des Treisbachtalradwegs.

Nach einer monatelangen Sperrung wurde nun eine neue Schotterschicht mit grober Körnung aufgetragen.

Diese Oberfläche ist für Fahrradfahrer nicht oder nur schwer befahrbar.
Stellenweise sinkt man zentimertertief in die Schotterschicht ein. Das birgt sogar die Gefahr eines Sturzes.

Meine Frage: Welche Oberfläche ist für diesen Weg ursprünglich vorgesehen?
Wird der jetzige Zustand nachgebessert? (Zusammensetzung des Schüttgutes, Verdichtung)
Gibt es Überlegungen, diesen Weg mit einer Asphaltdecke zu versehen?
Meines Erachtens würde dies langfristig Kosten sparen.
Unter Naturschutzaspekten wäre dies auch die sinnvollere Variante, denn das Hochwasser schwemmt tonnenweise groben Schotter in das Bachbett und den Uferbereich und zerstört somit die gesamte Vegetation an diesen Stellen. Die Versiegelung spielt bei einem Weg dieser Breite übrigens keine Rolle, wie jüngste Untersuchungen gezeigt haben.
Quelle:
https://www.regierung-mv.de/Landesregierung/em/Infrastruktur/Radverkehr/Studie-zur-Versiegelungswirkung-von-Radwegen/

Für eine solche Maßnahme gäbe es sicherlich auch attraktive Fördermöglichkeiten.

Mit der Bitte um Rückmeldung verbleibe ich mit besten Grüßen!
Boris Lang

Und die Antwort:

Sehr geehrter Herr Lang,

vielen Dank für Ihre Mitteilung und Nutzung des Online-Formulars „Lob und Tadel“. Zur Beantwortung Ihrer Frage teilen wir Ihnen folgendes mit:

Eine Asphaltierung des Weges ist derzeit nicht vorgesehen. Wir haben den Weg vor Ort kontrolliert. Aus unserer Sicht ist der Weg gut begeh- und befahrbar. Zum jetzigen Zeitpunkt sehen wir keine Notwendigkeit für eine Überarbeitung der Oberfläche.

Mit freundlichen Grüßen aus dem Rathaus,

xxx

Dipl.-Verwaltungswirt (FH)
Fachbereich III
-Bauverwaltung-
Magistrat der Stadt Wetter (Hessen)

Fahrradrouten in Hessen werden zurückgebaut

Ausgerechnet in Zeiten, in denen inzwischen fast jeder verstanden hat, dass man den Radverkehr massiv fördern sollte, tut sich im Lande Hessen absonderliches.

Hessen Forst – als hessicher Landesbetrieb – beginnt asphaltierte Forstwege zu entsiegeln und stattdessen mit einer wassergebunden Decke (Schotter) zu versehen.

Dies ist langfristig erklärtes Ziel und betrifft aktuell eine wichtige Radroute in Marburg. Betroffen sind der Nödelweg bei Ginseldorf, die Waldtalstraße und der Hans-Helmut-Paul-Weg und damit wichtige Verbindungen der östlichen Stadtteile zu den Lahnbergen und nach Marburg.

Im Radverkehrsentwicklungsplan der Stadt Marburg sind die Waldtalstraße und der Hans-Helmut-Paul-Weg als Bestandteil des Radwegenetzes vorgesehen!

Radverkehrsentwicklungsplan Marburg - Ausschnitt
Radverkehrsentwicklungsplan Marburg – Ausschnitt

Hinweis: Bei OpenStreetMap sind die oben genannten Wege namentlich verzeichnet.

Warum tut Hessen Forst das?

Nun, als Gründe werden Oberflächenversiegelung und der Fremdstoff Bitumen genannt.

Dass die Versiegelung bei Wegen dieser Breite keine Rolle spielt, zeigt eine kürzlich veröffentlichte Studie des Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung und Infrastruktur des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Diese Erkenntnisse sind bei Hessen Forst offensichtlich noch nicht angekommen!

Der Asphalt als Baustoff kann in der Tat ein Problem darstellen. Problematisch wird ein vorhandener Weg aber meines Erachtens erst, wenn sich die Asphaltdecke aufgrund von Erosion auflöst. Je nach Zusammensetzung des Asphalts hat man dann eben einen Eintrag von Schadstoffen in den Waldboden. Das kann natürlich keiner wollen. Ob es sich bei der Asphaltsorte aber um eine bedenkliche (Teerhaltig oder mit erhöhtem PAK-Gehalt) handelt müsste vorher untersucht werden. Und wenn der Weg instant gehalten wird, gibt es auch keinen Eintrag von Schadstoffen.
Merkblatt Strassenaufbruch/Aspaltentsorgung (pdf)

Es ist absolut unverständlich, dass bei Forstwegen, die nachweislich dem Radverkehr dienen, ein Rückbau stattfindet.

Es liegt der Verdacht nahe, das man (Hessen Forst) die Radfahrer gar nicht im Wald haben will.

Hessen Forst beruft sich auf den eigentlichen Zweck der Forstwege. Man muss aber Tatsachen akzeptieren! Im ländlichen Raum führen Ortsverbindungen für den Radverkehr oftmals durch den Wald. Alternativen – auch Kreisstraßen – sind meist mit zu viel KFZ- und Schwerlastverkehr belastet und gefährlich!

Und auch in Marburg stellt sich Hessen Forst quer gegen die Pläne einen kleinen Radweg zu den Lahnbergen asphaltieren zu lassen. Die Begründung ist  mehr als scheinheilig:

... stellt diese Maßnahme einen gravierenden Eingriff in den Lebensraum Wald dar. Und gerade der Bereich der Lahnberge ist bereits deutlich durch infrastrukturelle Maßnahmen (Panoramastraße, verschiedene Elektro-, Gas-, Wasser-, Abwasserleitungen, Mobilfunkanlagen…) gezeichnet.

Das ist eine Frechheit! Weil man irgendwann einmal den Universitätsstandort aus Marburg vertreiben und in den Wald stecken wollte und dafür X m² asphaltierte Flächen im Wald verbaut hat (alles im Sinne des umweltschädlichen motorisierten Individualverkehr – Platz für die B3), lehnt man jetzt ein paar m² Radweg als umweltfreundliche Alternative ab?

Ich halte das für einen mittelprächtigen Skandal und kann nur hoffen, das jemand (Z. B. Tarek Al-Wazir als Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung oder Priska Hinz, Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft) ein Machtwort spricht und Hessen Forst hier zurückpfeift und ganz im Gegenteil die Ertüchtigung von Forstwegen, auf denen Radverkehr stattfindet oder stattfinden kann, sogar unterstützt.

(Alltags-)Radfahrer schaden dem Wald nicht! Wildtiere gewöhnen sich sehr gut an Radfahrer und sie werden nach einer Weile als keine größere Bedrohung wahrgenommen wie ein Fußgänger. Sportradfahrer abseits der Wege sind ein anderes Thema!

Liebe Radfahrer der Region! Welche Ihrer Wege sehen Sie von dieser radverkehrsverhindernden Maßnahme betroffen? Schreiben Sie es! Schreiben sie es hier oder den Entscheidungsträgern.

 

Quellen:

 

Ablenkung durch „Texting“

Am Mittwoch den 16. Mai 20018 kontrollierte die Polizei Marburg-Biedenkopf von 14 bis 16 Uhr in der Kasseler Straße in Cölbe.
„… 28 Pkw und 3 Lastwagen kamen in die Kontrolle. Die Folgen: … 12 Mal das Handy in der Hand …“
Hier der Bericht der Polizei Marburg-Biedenkopf.

Die Zahlen decken sich in etwa mit meinen persönlichen Beobachtungen. Schnell wird heute bei einem Unfall geurteilt: „der/die hat bestimmt mit dem Handy hantiert…“.

Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) hat das Thema unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist der Forschungsbericht „Fahrerablenkung durch Informations und Kommunikationssysteme, insbesondere Textbotschaften“.

Die Untersuchungen ergaben, dass das Texten beim Fahren i.d.R. keine negativen Konsequenzen nach sich zieht. Dadurch lernen die Fahrzeugführer, dass das Texten möglicherweise nicht so gefährlich ist bzw. das höhere Risiko von ihnen selbst kontrolliert werden kann. In der Folge texten die Fahrer aus Gewohnheit, auch in anspruchsvolleren Verkehrssituationen. Diese Kontrollillusion aufzubrechen oder gar nicht erst entstehen zu lassen, ist eine große Herausforderung für die Verkehrssicherheitskommunikation.

Der Bericht ist sehr wissenschaftlich, es lohnt sich aber auf alle Fälle das Kapitel „Diskussion und Fazit“ auf Seite 94 zu lesen. Da gibt es durchaus Überraschungen, Stichwort „Unterforderung“…

 

Quellen:

 

 

Titelbild (Ausschnitt):
By Oregon Department of TransportationTexting while at the wheel
Uploaded by Smallman12q, CC BY 2.0, Link

 

Holt die Radfahrer/innen aus dem toten Winkel der Lastwagen!

Gerade vor ein paar Tagen hat die EU-Kommission u. a. die verpflichtende Einführung von LKW-Abbiegeassistenten empfohlen:

Bis daraus Länderrecht werden kann, wird es leider noch viele tote Radfahrer geben, die von einem LKW beim Abbiegen überrollt wurden!

Gebt dem Prozess Rückenwind und unterstützt bitte die Petition von Janine Schulz. Sie ist eine Frau, die solch einen Unfall knapp überlebt hat und dass sie ihre Geschichte noch erzählen kann, begreift sie als Chance!

Zur Petition hier entlang: Retten Sie Leben – Machen Sie LKW-Abbiege-Assistenten zur Pflicht!

 

Im Jahresbericht 2017 sprechen sich die Unfallforscher der Versicherer (UDV) sogar für die Einführung von Systemen zu Vermeidung von Dooring-Unfällen aus:
https://nationaler-radverkehrsplan.de/de/aktuell/nachrichten/assistenzsysteme-kommen-ohne-einbauvorschrift-nur

 

 

Titelbild (Ausschnitt):
Von Martin Reis from Toronto, Canada – _IGP7022Uploaded by Skeezix1000, CC BY 2.0, Link

Lesetipp zum Thema öffentliches Verkehrsangebot im ländlichen Raum

 

[Diskussionsbaustein] Welche Rolle können Genossenschaften bei der Bereitstellung öffentlicher Verkehre in ländlichen Räumen spielen?

 

Ich habe heute einen Kommentar zu dieser Diskussion verfasst, da ich hier grundlegende Annahmen nicht teilen kann.

Hallo Herr Randelhoff,

sie möchten ihr Modell nicht aus Sicht des heutigen Rechtsrahmens entwickelt wissen, da sie diesen für veränderbar erachten. Das halte ich für einen zukunftsfähigen Ansatz!

Dessen ungeachtet bauen sie in der Herleitung des Modells auf Größen und Werte die meiner Meinung nach ebenfalls nicht unveränderlich sind?

Schon in der Einleitung verweisen sie auf die "steigenden Pkw-Verfügbarkeit" als Grund für die mangelnde Auslastung des bestehenden ÖPNV-Angebotes.
Ist das im Angesicht der Probleme, die diese Verkehrsart verursacht tatsächlich eine feste Größe? Ich hoffe nicht!

Auch das Bedürfnis nach höchster Flexibilität möchte ich nicht unbedingt als Richtschnur für die Mobilität von Morgen wissen.
Ich denke, was den allgemeinen Lebensstil betrifft, würde es allen nützen, wenn man das Leben eher nach den Möglichkeiten plant, Restriktionen akzeptiert und nicht versucht durch ungebändigte Ausschöpfung aller Ressourcen das Maximale zu erreichen.
Das widerspricht momentan noch dem Zwang der Tatsachen, aber wer kennt schon die Zukunft! (-;

Geringe Auslastung und Unterfinanzierung

Wie sähe es mit diesen "Tatsachen" aus, wenn der motorisierte Individualverkehr nicht mehr im heutigem Maße durch die Allgemeinheit (und zukünftige Generationen) subventioniert würde? 
Schlechte Ökobilanzen des ÖPNV durch das Transportieren von Luft würden zumindest für das Gesamtnetz deutlich besser werden und Geld wäre dann auch vorhanden!

Grundsätzlich finde ich die Idee, Kapazitäten von z. B. Lieferdiensten zu nutzen interessant.
Die eiern den ganzen Tag durch die Gegend und könnten gut jemanden mitnehmen.
Wenn ich mir aber den Fahrstil betrachte habe ich schon keine Lust mehr einzusteigen. Es stellt sich allgemein die Frage nach der notwendigen Qualifikation zu Personenbeförderung.

PS:
Ist "Gefäß" wirklich ein passender Begriff in der Personenbeförderung?
Ich finde es etwas entwürdigend, als Transportgut eingestuft zu werden.

Lücken für Berufspendler auf der Buslinie MR-65

Trotz deutlicher Verbesserung im Spätverkehr der Buslinie MR-65 wird es voraussichtlich weiterhin Takt-Lücken für Berufspendler aus den westlichen Wetteraner Ortsteilen geben.

Im Rahmen der Bürgerbeteiligung bzgl. der Erstellung des Nahverkehrsplan für den Landkreis habe ich auf diese Lücken aufmerksam gemacht. (Anlage I-2, Seite 22/42)

Meine Anregung im Zuge der Bürgerbeteiligung:
 Taktung Bus 65 von Wetter nach Biedenkopf 
 Der Bus 65 von Wetter Bahnhofstrasse Richtung Biedenkopf bzw. Treisbach
 hat eine Taktlücke zwischen 16:10 und 18:15!
 Ideal wäre hier noch eine Fahrt ab ca. 17:20 Uhr denn dann würde sich ein 
 Anschluss aus Marburg Innenstadt mit Bus 482 ohne Umstieg an Marburg HBF 
 ergeben.
 Auch die folgenden AST‐Abfahrten haben eine Lücke zwischen 18:50 und
 20:50 Uhr. Dadurch läuft die RB 43 (Ankunft 19:44 in Wetter) ins Leere.
 Beide Lücken fallen in den Zeitraum der Berufspendler!

Antwort der Moderation:
 Vielen Dank für Ihre Anregung. Bei der Linie MR‐65 handelt
 es sich um eine Erschließungslinie. Hierbei wurde festgelegt,
 dass bei entsprechender Nachfrage das Angebot über das
 Niveau der Grundversorgung hinaus verstärkt werden kann.
 Bislang gab es noch keine Hinweise auf eine zusätzliche
 Bedienung. Wir werden Ihre Anregung im Zuge der
 Aufstellung des Nahverkehrsplans berücksichtigen.
 Ihre RNV‐Moderation

Anmerkung des RNV:
 Wird im Nahverkehrsplan berücksichtigt.
 Der Fahrplan der Linie MR‐65 soll verstetigt werden.

 

In der finalen Fassung des Nahverkehrsplans auf Seite 145 finden sich nun die geplanten Veränderungen zum Status-Quo zur Line MR-65:

MR-65 Ausweitung der Betriebszeiten in den Abendstunden.
 Verstetigung des Angebots im Abschnitt zwischen Wetter-Treisbach
 und Biedenkopf.

Ja, Sie lesen richtig, …“zwischen Wetter-Treisbach und Biedenkopf“!

Amönau, Oberndorf und Warzenbach sollen also außen vor bleiben?

Seit Dezember gibt es trotzdem weitere Verbindungen, die allerdings für Berufspendler kaum nützlich sind. Die neue Abfahrt 16:57 Uhr liegt sicherlich vor der durchschnittlichen Rückfahrt vom Arbeitsplatz.
Das m. E. sehr attraktive „Durchbinden“ der Busverbindung 482 aus Marburg Innenstadt, jetzt MR-60, wurde leider nicht berücksichtigt (Erlenring 17:04 – Wetter 17:26).
Die Lücke zwischen den beiden Rufbus-Verbindungen besteht auch nach wie vor. Gerade diese ist absolut unverständlich. Hier könnte man ein zusätzliches Angebot um 19:50 Uhr machen. Die hohe Auslastung der Verbindungen 18:50 Uhr und 20:50 Uhr würde dies rechtfertigen und für Pendler aus FFM oder Kassel ist dies ein durchaus realistischer Rückreisezeitpunkt.

Ich werde diesbezüglich nachfragen und hier berichten.

 

Quellen: