Verkehrspolitische Kunstwerke

Die Verkehrsinsel auf dem Whilhelmsplatz in Marburg dient zur Zeit offenbar als Plattform für mehr oder weniger künstlerische Statements zur Marburger Verkehrspolitik.
Nach dem goldenen VW-Käfer als heilige Kuh der Nation, hat sich nun ein silberner aber ganz und gar unedler Ritter dazugesellt.
Unedel, da er offensichtlich mutwillig den kleinen Fußgänger totfahren will, der vor ihm aufgestellt ist.

Was der Künstler uns sagen will, darüber berichtete kürzlich die Oberhessische Presse.
http://www.op-marburg.de/Lokales/Marburg/Aus-der-Kernstadt/Denkmal-gegen-den-Radverkehr-in-Marburg-aufgestellt

Eine Protestaktion, wie er gegenüber der Presse erklärt:
„Dieser Protest richtet sich nicht gegen den Radverkehr an sich, sondern gegen die Konzepte von Fahrradlobby
und bestimmten Parteien, immer mehr Radverkehr in Fußgängerbereiche zu verlegen.“
Darüber hinaus behauptet er:
„Die Umwandlung von Anwohnerparkplätzen in Radwege benachteiligt gerade die, die bewusst in der Innenstadt leben, um Verkehr zu vermeiden.“

Ich finde es ja gut, dass sich jemand gezielt für gute Bedingungen für den Fußverkehr einsetzt, Daumen hoch!
Dass man aber in diesem Zusammenhang den Radverkehr zum Sündenbock für die ohne Frage schlechten Bedingungen macht ist völlig unverständlich.

Was wird denn hier behauptet?
Die Fahrradlobby möchte Radfahrer auf die Gehwege schicken?
Ich kenne keinen aus der sogenannten Lobby, der dies fordert.
Im Gegenteil ist es „state of the art“, daß die Verkehrsarten entflochten werden müssen.
Jeder seriöse Verkehrsplaner nennt die Förderung der Verkehrsarten ÖPNV, Radverkehr und Fußverkehr in einem Atemzug, wenn es um die Mobilität der Zukunft in den Innenstädten geht.
Förderung des Radverkehrs, so fern sie sich an den aktuellen Empfehlungen der Verkehrsforscher orientiert, ist automatisch auch Förderung des Fußverkehrs.
Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern treten immer dort auf, wo für beide Verkehrsarten zu wenig Platz ist.
Und warum dort zu wenig Platz ist, dass zeigt ja wohl eher das Statement des goldenen Käfers!

Der Künstler stellt sinngemäß noch die Behauptung, dass es Menschen gibt, die sich bewusst für den Wohnort Innnenstadt entscheiden
um Verkehr zu vermeiden und daher auf Anwohnerparkplätze angewiesen sind.
Das ist gelinde gesagt konstruierter Unsinn!
Wer sich aus ökologischen Gründen für das Wohnen im Innenstadbereich entscheidet, hat kein Auto!
Nein, er fährt nämlich Bus, Bahn Fahrrad und er läuft zu Fuß und freut sich über jeden Zentimeter freigewordenen Raum, der sonst durch Stehzeuge kostenfrei blockiert wird.

Ein Gedanke zu „Verkehrspolitische Kunstwerke“

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