Verkehrspolitische Kunstwerke

Die Verkehrsinsel auf dem Whilhelmsplatz in Marburg dient zur Zeit offenbar als Plattform für mehr oder weniger künstlerische Statements zur Marburger Verkehrspolitik.
Nach dem goldenen VW-Käfer als heilige Kuh der Nation, hat sich nun ein silberner aber ganz und gar unedler Ritter dazugesellt.
Unedel, da er offensichtlich mutwillig den kleinen Fußgänger totfahren will, der vor ihm aufgestellt ist. Verkehrspolitische Kunstwerke weiterlesen

Radschnellweg auf der B252 alt?

Auf der letzten Sitzung des Kreistages sprach Sandra Laaz, die Grünen-Fraktionsvorsitzende über die Radverkehrsentwicklung im Landkreis. In diesem Zusammenhang wurde laut OP-Marburg über einen möglichen Radschnellweg auf der B252 alt von Münchhausen bis ins Lahntal gesprochen.

Die Realisierung eines solchen Radweges ist durch den Neubau der Umgehungsstraße eine historische Chance und wäre ein kleiner Segen für die Radverkehrsentwicklung im Wetschaftstal, sowie touristisch sehr interessant. Zur optimalen Förderung des Alltagsradverkehrs müssen aber zwingend auch die Anbindungen der Peripherie an eine solche Hauptachse mitgedacht, mitgeplant und mitgebaut werden. Damit wirklich alle diese Infrastruktur nutzen können, muss unbedingt auf die Sicherheit an diesen Abschnitten geachtet werden! Anbindungen über schlecht ausgebaute Bergstrecken oder im Mischverkehr mit KFZ führen dazu, dass Kinder, Radfahranfänger und ältere unsicherere Radfahrer ausgesperrt werden.

Letztes Jahr habe ich mit einem Mitarbeiter von Hessen Mobil über die Möglichkeit einer Radwegführung über die B252 alt gesprochen. Nach Aussage des Mitarbeiters besteht hier folgende Schwierigkeit: Als Ausgleichsmaßnahme für den Bau der B252 neu wird die alte Straße in der Breite zurückgebaut und entsiegelt. Durch diese Maßnahme geht der Raum für einen separat geführten Radweg eigentlich verloren. (Ja, auch Radverkehrsförderung ist Naturschutz!) Hier gab es inzwischen weitere Gespräche, wie eine Anfrage an den Bürgermeister der Stadt Wetter Herrn Spanka diesbezüglich bestätigte. Mehr zum diesem Thema folgt in Kürze hier.

 

Themenrouten „Erneuerbare Energie“ eingeweiht

Aus der Pressemitteilung des Landkreises:
„Mit vier verschiedenen Routen rund um das Thema Erneuerbare Energien möchten der Landkreis Marburg-Biedenkopf, die Stadtwerke Marburg, die Universitätsstadt Marburg und die Umlandkommunen gemeinsam auf die vielfältigen regenerativen Energiequellen in der Region aufmerksam machen.“

Infrastrukturmaßnahmen, die über die Beschilderung hinausgehen, wurden meines Wissens nicht durchgeführt.

Flyer:
282-KLEE-Energietour.pdf

Feldweg jetzt zweispurig ausgebaut

Die Gemeinde Münchhausen kann offenbar nicht verhindern, dass der für den KFZ-Verkehr gesperrte Feldweg massiv als Umfahrung der Baustelle benutzt wird. Dementsprechend wurde die landwirtschaftliche Fläche „schleichend“! in eine Fahrbahnerweiterung umgewidmet. (siehe Bild)

Ich berichtete hier

An der Kreuzung Goosgasse-Gerstenecke ist jetzt ein Schild aufgestellt, welches nur an Verkehrsteilnehmer gerichtet sein kann, die aus Richtung des Feldweges kommen. Also landwirtschaftlicher Verkehr und Radfahrer! Hier das Schild:

Das ganze spielt sich vor den Augen des Bürgermeisters ab, der, wie die Oberhessische Presse berichtete, derzeit (als Anlieger der B236) ganz ungewohnte Ruhe genießt, weil diese aufgrund der Bauarbeiten gesperrt ist.

In einem anderen Artikel heißt es:
„Diese Wege sind aber für den normalen Verkehr gesperrt. Wenn dort mal ein Schaden entsteht, wird der wohl kaum von der Versicherung übernommen“, so Funk.

Radverkehr ernst nehmen? Hier nicht!

Werbeaktion auf dem Rapunzelmarkt

Der alljährliche Rapunzelmarkt in Amönau ist ein Besuchermagnet, den wir für eine kleine Werbeaktion nicht ungenutzt lassen wollten. Da wir jedoch selber den Markt und das Fest genießen wollten, musste die Aktion ohne Personal auskommen. Also sollten bunte Wimpel für die Kinder und Lastenradtechnik zum anfassen für die großen Kinder (oder zukünftigen Lastenradbesitzer?) für die notwendige Aufmerksamkeit sorgen.

Danke an Britta und Inge für die Hilfe beim Basteln, hier ein paar Bilder: Werbeaktion auf dem Rapunzelmarkt weiterlesen

14. Autofreier (Erlebnis-) Sonntag

Am Sonntag den 17.09. ist die Landesstraße 3048 zwischen Fronhausen und Amöneburg dem nicht motorisierten Verkehr vorbehalten. Die Ortschaften entlang der Straße bieten ein buntes Programm und sorgen für die Verpflegung.

Bild: marburg-tourismus.de

Detaillierte Infos unter folgendem Link:
14. Autofreier (Erlebnis-) Sonntag

Courage auf der K81

Es gibt sie doch!

Eltern, die mit ihren Kindern den Weg über die Kreisstraße 81 wagen. Allerdings nicht mit dem Kind auf dem Fahrrad sondern im Anhänger. Kurz bevor das Foto entstand wurde die Dame aus Wetter dann auch von einem Auto überholt. Natürlich nicht mit dem gebotenen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern, denn das ist auf dieser Straße mit einem Straßenquerschnitt von teilweise nur 3,5 Metern gar nicht möglich!

Eine Beispielrechnung:
Breite eines Renault Clio = 194,5 Zentimeter
durchschnittlicher Kinderanhänger = 80 Zentimeter
Abstand des Radfahrers zum Seitenstreifen min. 70 Zentimeter (Der ADFC empfiehlt 70 bis 100 Zentimeter Abstand)
Also 194,5+150+80+70=494,5
Der Autofahrer müsste also ca. 1,5 Meter weit in die Bankette fahren um den gebotenen Sicherheitsabstand einzuhalten. Das wäre dannn wohl der Straßengraben!

Umgekehrt gerechnet:
Der Autofahrer fährt ganz am linken Fahrbahnrand. Dann bleiben dem Radfahrer 75 Zentimeter, die er sich rechts und Links einteilen kann. Unter 20 Zentimeter nach rechts geht es aber nicht. Bleiben also 55 Zentimeter zum Auto. Da hält man schon den Lenker schön fest und die Luft an und hofft das gerade hier zufällig kein Schlagloch kommt!
Übrigens der Mercedes-Benz GLE Coupé lässt einem mit 212,9 Zentimeter Breite gerade mal noch 37 Zentimeter. Schauen sie sich das bitte auf dem Zollstock an.
Deswegen fühlt sich das auch so mieß an, wenn sich so einer mit 70 Km/h an einem vorbeidrückt!

(alle KFZ-Breiten mit ausgeklappten Seitenspiegeln)

 

Ich habe anschließend mit der Frau gesprochen und sie sagte mir, dass sie die Strecke nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr befährt, da sie es für zu gefährlich hält.

Im Winter hat man da also nur ein knappes Zeitfenster für den Weg zur Arbeit und zurück. Ob der Arbeitgeber dafür Verständnis aufbringt?

Einmal mehr eine Gelegenheit festzustellen, dass auf einer Straße mit den Dimensionen eines holländischen Radwegs keine zweispurige Durchgangsstraße mit Tempo 100 für den KFZ-Verkehr gehört wenn Radfahrer darauf fahren MÜSSEN!

Mehr zum Thema K81 hier

Busverkehr soll nachtaktiver und niedrigschwelliger werden

Die ALV Oberhessen gewinnt die obligatorische Ausschreibung für den Busverkehr in den Bereichen Nord und Südost im Landkreis und kündigt an, dass sie im Ebsdorfergrund eine Mehrleistung von 300000 Kilometer erbringen wird.

Bemerkenswert hierbei ist, das der Nahverkehrsplan 2018 – 2022 bis dato noch nicht verabschiedet ist. Das bedeutet, das die Kilometerleistung vorab fest stand und die Beteiligung der Gremien und Bürger offensichtlich keinen Einfluss darauf hatten.

Über die Bürgerbeteiligung wurde auf dieser Seite berichtet: http://www.burgwaldregion-mobil.de/2017/07/12/wetteraner-fordern-spaetverkehr/

Die gute Nachricht:
Udo Diel, Busunternehmer und Geschäftsführer des ALV verrät in einem Interview mit der Oberhessischen Presse schon mal, dass der Busverkehr „nachtaktiver“ werden soll. Was das konkret bedeutet, wird die Öffentlichkeit wohl erst erfahren, wenn der NVP offiziell vom Kreistag beschlossen wurde. Der Termin dafür ist November 2017.

Über das Nahverkehrsangebot sollten künftig vier ehrenamtliche Mobilitätsbeauftragte informieren.

Mit dem Einsatz dieser ehrenamtlichen Mobilitätsberater soll der Kundenservice verbessern werden und den Menschen, denen Bus und Bahn fremd geworden sind, der ÖPNV wieder näher gebracht werden, so der ÖPNV-Dezernent Marian Zachow. „Gerade der älteren Generation soll so die Orientierung bei der ÖPNV-Nutzung erleichtert und Einkaufsfahrten, Arztbesuche und ähnliches vereinfacht werden“