Stadt Wetter nimmt an Meldeplattform teil

Screenshot aus IVM Newsletter

Als mittlerweile 7. Kommune im Landkreis nimmt nun auch die Stadt Wetter an der Meldeplattform Radverkehr teil.

Weiterhin gibt es Signale aus den Kommunen Weimar und Cölbe, sich möglicherweise ebenfalls zu beteiligen. Das Radverkehrsforum Marburg-Biedenkopf empfahl kürzlich die kreisweite Teilnahme an der Meldeplattform.
Die gesamte Radwegweisung mit Ausnahme der hessischen Fernradwege wird in
Zukunft vom Landkreis gepflegt. Alle eingehenden Meldungen, die dieses Thema betreffen, könnten dann zentral verwaltet werden.

Entschließt sich eine Kommune zur Teilnahme, so ist dies ein starkes Signal dafür, dass sie der Radverkehrsförderung eine angemessene Bedeutung beimisst. Die resultierenden Verbesserungen der Bedingungen für den Radverkehr fördern den Umstieg auf das Rad und Menschen, die ohnehin schon regelmäßig mit dem Rad unterwegs sind, erfahren eine größere Beachtung ihrer Belange.

Elementar ist, dass das Werkzeug in der Kommunalverwaltung auch Anwendung findet. Wichtig ist dabei, dass der „Melder“ eine zeitnahe Rückmeldung bekommt. Wenn diese ausbleibt, wird er das Instrument als wertlos erachten und nicht erneut nutzen.

Hier finden sie den Hinweis auf der Internetseite der Stadt Wetter:
https://www.wetter-hessen.de/Freizeit/Freizeitaktivitäten/Radfahren

 

Mehr zum Thema:
Artikel „Meldeplattform für den Radverkehr“
Artikel „Relaunch der Meldeplattform Radverkehr

 

VerkehrsWetterbericht – ÖPNV

Für „Umsteiger oder Welche die es werden wollen“ wird von Seiten der Kommunen viel zu wenig Öffentlichkeitsarbeit gemacht. Werbung machen für Nutzung von Bus und Bahn bleibt weitgehend den Verkehrsträgern überlassen. Dabei könnten die Kommunen und Städte sehr viel gezielter werben, z. B. mit einem Statement wie diesem:

Wie soll ich ohne Auto Nachts um halb eins von Marburg zurück nach Treisbach kommen? Mit dem Bus natürlich ...und zwar in 30 Minuten!

Wir haben die Stadtverwaltung Wetter z. B. im Januar 2018 auf die deutliche Ausweitung der Verbindungen im Spätverkehr aufmerksam gemacht und gefragt, was sie beabsichtigt zu tun, um diese neuen Optionen ihren Bürgern auch bekannt zu machen. Die Reaktion war ein 2 mal 5 Zentimeter großer einmaliger Hinweis im Amtsblättchen. Das ist nun wirklich KEINE wirksame Form der Öffentlichkeitsarbeit!

Auch die örtliche Infrastruktur signalisiert nicht gerade, dass Busfahren eine echte Alternative zum eigenen Auto ist. Das Fahrgastwartehäuschen in Amönau Kalkwerk sieht seit Jahren so aus, als würde hier schon lange keine Bus mehr halten!

 

Die Aushangfahrpläne an der Haltestelle Banhnhofstraße sind dauerhaft vertauscht und das dort kaputtgefahrene Fahrgastwartehäuschen wurde über Monate nicht ersetzt…

Man könnte die Liste noch ein bisschen fortsetzen aber sieht man da etwa Licht am Horizont? Im Wetteraner Boten erschien kürzlich ein Statement des Fachdienstes „Stadtmarketing und Seniorenarbeit“, sowie ein tabellarischer Busfahrplan. Wir rätseln hier noch ein bisschen über die Aussagekraft diese Busfahrplans. Hier sind die Fahrten der Linien 60, 61 und 65 örtlich auf Wetter und die Stadtteile, sowie zeitlich auf die Fahrten von Mo.-Fr. (Vormittags) eingeschränkt, dargestellt. Erst einmal keine schlechte Idee um eine bestimmte Zielgruppe anzusprechen.
Statement und Busfahrplan im Wetteraner Boten hier klicken

Irritiert hat uns jedoch die große Überschrift „ENTWURF“. Wir dachten erst, dass hier die Vorschläge für eine Verdichtung des Taktes eingearbeitet sein könnten. Aber weit gefehlt! Bei Überprüfung stellten wir fest, das die Pläne sogar veraltet und somit teilweise falsch sind! Alle Fahrplanänderungen vom 25.02.2019 sind nicht berücksichtigt. Die korrekten Fahrpläne finden sie hierhttps://www.rnv-mobil.de/fahrplaene/busverkehre/
Eine Legende fehlt außerdem, so dass sich die Bedeutung der Abkürzungen in der Zeile „Verkehrsbeschränkung“ nicht erschließt.

Liebe Stadt Wetter!
Den Fahrgast, der sich aufgrund ihrer Veröffentlichung entschließt erstmals mit dem Bus zu fahren und um 07:20 Uhr in Todenhausen an der Haltestelle steht und auf den Bus nach Wetter wartet, der jedoch schon um 07:14 Uhr abfuhr, haben sie als“Umsteiger“ möglicherweise dauerhaft verloren!

Offensichtlich gibt es also Bestrebungen, die Taktung des Busverkehrs zwischen Wetter und den Stadtteilen zu verdichten. Dies soll in enger Zusammenarbeit mit dem den lokalen Verkehrsträgern geschehen.

In Gesprächen mit der Geschäftsführung der ALV
Oberhessen wurde klar, dass es bei Bedarf auch noch
zusätzliche freie Buskapazitäten gibt. Diese Buskapazi-
täten sollte man sich zu Nutze machen und das Know-
How der ALV Oberhessen nutzen, bevor man als
Kommune eigenständig einen Kleinbus anschafft und
ggf. ehrenamtlich tätigen Menschen die verantwortungs-
volle Aufgabe der Personenbeförderung überträgt.

Das ist sicherlich die richtige Einstellung. Obwohl die Akzeptanz der Bürgerbusse sich gerade gut entwickelt: Der ÖPNV ist öffentliche Daseinsvorsorge und gehört nicht in ehrenamtliche Hand. Ehrenamtliche könnte man gut einsetzen um Menschen die Nutzung des ÖPNV durch ein kostenloses Mobilitätstrainings nahe zu bringen.

Im Wetteraner Statement werden als Zielgruppen namentlich Seniorinnen und Senioren, sowie Schülerinnen und Schüler angesprochen. Man kann nur hoffen, dass man bei der Thematik auch an Berufspendler denkt, da diese einen großen Anteil am Verkehrsaufkommen haben.

Fraglich ist, wie das zusätzliche Angebot eigentlich finanziert werden soll!

Lobenswert ist natürlich das Angebot zur Bürgerbeteiligung:

Wenn Sie Fragen, Anregungen oder Wünsche haben
oder Kritik äußern möchten, dann schreiben Sie uns.
Wir sind interessiert an Ihrer Meinung.
stadtmarketing@wetter-hessen.de
Tel. 06423 / 82 41

 

Update 06.03.19:

Der Fachdienst der Stadt Wetter teilte am 04.03.19. auf Nachfrage mit, dass die Überschrift „Entwurf“ ein Versehen war.
Die Busfahrpläne seien Mitte Februar zugeliefert worden und man prüfe nun noch einmal deren Aktualität.

Die positive Nachricht:
Man beabsichtigt, zukünftig regelmäßig die Bürgerinnen und Bürger über die Busverbindungen zu informieren
und man sieht bzgl. den Veröffentlichungen auch noch Verbesserungsbedarf.

9+2 Fragen an die Cölber Bürgermeisterkanditaten (und die Antworten!)

Am kommenden Sonntag findet in Cölbe, gemeinsam mit der Landtagswahl, auch die Bürgermeisterwahl statt. Diese Gelegenheit haben wir genutzt, um die Kandidaten nach ihrer Meinung zu ausgewählten Verkehrsthemen zu befragen.  Wir wollten für Cölbe wissen, welche Entwicklung uns in Bezug auf die Förderung sanfter Mobilitätsformen bzw. umweltschonender Verkehrssysteme erwartet.

Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass sich in den Kommunen z. B. bei der Radverkehrsentwicklung nur dann konkret etwas ändert, wenn die Entscheidungsträger sich mit Herzblut für die Sache engagieren.
Burkhard Stork, Bundesgeschäftsführer des ADFC hat es in einem Kongress der CDU/CSU-Fraktion auf den Punkt gebracht:

"Die Bürgermeister müssen den heißen Atem im Nacken spüren"                 Redebeitrag Herr Stork auf YouTube

Gemeint hat er den Atem der Bundesregierung! Und wenn der heiße Atem nicht von oben kommt, dann muss er eben von unten kommen.  Wir haben einen Fragenkatalog erstellt und diesen der Kandidatin und dem Kandidaten mit der Bitte um Beantwortung zugesendet. Hier unsere Zusendung:

Fragen-Bürgermeisterkanditaten-Cölbe-Anschreiben.pdf
Das Anschreiben (pdf)
Der Fragenkatalog (pdf)

Freundlicherweise haben Beide unsere Fragen beantwortet. Das ist in der stressigen Wahlkampfzeit sicher keine Selbstverständlichkeit und zeigt, dass das Thema ernst genommen wird.
Hier nun die Rückmeldungen:

Carola Carius
Diplom-Ingenieurin FH
https://www.carola-carius.de/

Antworten Carina Carius (pdf)

Dr. Jens Ried
Wissenschaftlicher Geschäftsführer
http://www.jens-ried.de/

Antworten Jens Ried (pdf)

 

Einen Beitrag der Oberhessischen Presse zu den Antworten können Sie hier ansehen:

Wie fahrradfreundlich ist die Region? …Ihre Meinung zählt!

Ab 01.September können Sie Ihre Gemeinde oder Stadt öffentlichkeitswirksam bewerten!

Vom 01.September bis zum 30.November läuft die Umfrage „ADFC-Fahrradklima-Test 2018“.
Der Fahrrad-Club ruft gemeinsam mit dem Bundesverkehrsministerium wieder
Radfahrende dazu auf, die Fahrradfreundlichkeit von Städten und Gemeinden zu bewerten. Der Test soll helfen, die Stärken und Schwächen der Bedingungen für den Radverkehr zu erkennen. In diesem Jahr ist Familienfreundlichkeit des Radverkehrs ein Schwerpunktthema.

In der letzten Befragung (2016) hat im Landkreis Marburg-Biedenkopf außer Marburg leider keine andere Stadt die mindestens erforderliche Menge von 50 Teilnehmern erreicht um in die Auswertung zu kommen. Ergebnisse 2016 in einer Karte

Bitte beteiligen Sie sich an der Umfrage und ermuntern Sie befreundete Radfahrende ebenfalls teilzunehmen.
Die überwiegende Zahl der Entscheidungsträger in der der Region nehmen das Thema Radverkehr immer noch nicht richtig ernst.

Zeigen Sie Ihnen die Defizite auf!

In Marburg haben miserable Umfrageergebnisse aus dem Jahr 2014 eine sehr hohe Beachtung gefunden. Schon zwei Jahre später wurden punktuelle Fördermaßnahmen des Magistrats von den Radfahrenden bei der Bewertung honoriert und Marburg ergatterte einen Aufsteigerpreis!

Also mitmachen ab 01. September unter https://www.fahrradklima-test.de/

Antwort vom hessischen Umweltministerium – Rückbau asphaltierter Forstwege

Vom hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (Priska Hinz) habe ich inzwischen eine Antwort auf meine Anfrage erhalten.

Leider geht man hier fast ausschließlich auf den „Marburger Fall“ ein.
Mir ging es aber eben gerade darum, die hessenweiten Auswirkungen der Handlungsmaxime von HessenForst aufzuzeigen und den Widerspruch zu den Bestrebungen den Radverkehr zu fördern, zu skizzieren.
Man hätte meine Anfrage halt komplett lesen müssen um das zu verstehen, na ja.
Überhaupt wirkt das Antwortschreiben irgendwie „recycled“, d. h. dass es wahrscheinlich in ähnlicher Form am die genannten Marburger Politiker und Aktiven ging.

Aber was steht denn nun drin in der Antwort?

In großen Teilen nichts Neues. Es geht um die eigentliche Zweckbestimmung von Waldwegen, wie es das hessische Waldgesetz vorsieht.
Es wird grundsätzliche Gesprächsbereitschaft bzgl. der Wege auf den Lahnbergen signalisert.
Die Maßnahme am Hans-Helmut-Paul-Weg wird wohl aus finanziellen Gründen bis 2019 zurückgestellt.

Ein kleiner Satz hat mich aber dann doch aufhorchen lassen. In Bezug auf die Zweckbestimmung und den Status von Waldwegen heißt es hier:

Anderes würde nur gelten, wenn Waldwege im Sinne verkehrsrechtlicher Vorschriften als offizielle Radwege gewidmet würden und dann der zuständige Verkehrsträger (wie hier Ihre Stadt) verfahrensmäßig die Zuständigkeit für Ausbau, Unterhalt und Verkehrssicherheit als Radverkehrsweg übernähme.

Wer so etwas schreibt, scheint sich ja einer solchen Lösung nicht grundsätzlich zu verschließen.
Und genau hier müsste man ansetzen!
Dann hängt es nämlich vorwiegend am Geld und das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung wäre mit dem Auftrag der Radverkehrsförderung am Zuge hier finanzielle Hilfen in Aussicht zu stellen!
Von dieser Stelle habe ich übrigens auch nach zweiter Anfrage bisher keinerlei Rückmeldung erhalten!

Also Herr Al-Wazir, kaufen Sie doch Frau Hinz mal ein paar Waldwege ab und schenken Sie sie den Radfahrern! Die hätten es verdient!

 

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Interessenkonflikt beim Rückbau asphaltierter Forstwege – Brief an die hessischen Ministerien

Über das Verhalten von Hessen Forst bzgl. Rückbau von asphaltierten Forstwegen wurde hier berichtet.

Was die aktuellen Auswirkungen in Marburg betrifft, gibt es bereits massiven Widerstand.

Zum Beispiel:

Da es aber nur eine Frage der Zeit ist, dass in der Region der nächste Wald-(Radweg) an der Reihe ist wollte ich darauf aufmerksam machen, das hier ein gravierender Interessenkonflikt für ganz Hessen besteht. Aus den Landesverbänden des ADFC oder des VCD hört man zu dem Thema leider gar nichts. Daher habe ich einen Brief an die hessischen Ministerien geschickt.

Hier der Brief: Interessenkonflikt beim Rückbau asphaltierter Forstwege

 

Ministerien:
1. Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, (Tarek Al-Wazir)
2. Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, (Priska Hinz)

Ich bin gespannt auf die Antwort!

Lücken für Berufspendler auf der Buslinie MR-65

Trotz deutlicher Verbesserung im Spätverkehr der Buslinie MR-65 wird es voraussichtlich weiterhin Takt-Lücken für Berufspendler aus den westlichen Wetteraner Ortsteilen geben.

Im Rahmen der Bürgerbeteiligung bzgl. der Erstellung des Nahverkehrsplan für den Landkreis habe ich auf diese Lücken aufmerksam gemacht. (Anlage I-2, Seite 22/42)

Meine Anregung im Zuge der Bürgerbeteiligung:
 Taktung Bus 65 von Wetter nach Biedenkopf 
 Der Bus 65 von Wetter Bahnhofstrasse Richtung Biedenkopf bzw. Treisbach
 hat eine Taktlücke zwischen 16:10 und 18:15!
 Ideal wäre hier noch eine Fahrt ab ca. 17:20 Uhr denn dann würde sich ein 
 Anschluss aus Marburg Innenstadt mit Bus 482 ohne Umstieg an Marburg HBF 
 ergeben.
 Auch die folgenden AST‐Abfahrten haben eine Lücke zwischen 18:50 und
 20:50 Uhr. Dadurch läuft die RB 43 (Ankunft 19:44 in Wetter) ins Leere.
 Beide Lücken fallen in den Zeitraum der Berufspendler!

Antwort der Moderation:
 Vielen Dank für Ihre Anregung. Bei der Linie MR‐65 handelt
 es sich um eine Erschließungslinie. Hierbei wurde festgelegt,
 dass bei entsprechender Nachfrage das Angebot über das
 Niveau der Grundversorgung hinaus verstärkt werden kann.
 Bislang gab es noch keine Hinweise auf eine zusätzliche
 Bedienung. Wir werden Ihre Anregung im Zuge der
 Aufstellung des Nahverkehrsplans berücksichtigen.
 Ihre RNV‐Moderation

Anmerkung des RNV:
 Wird im Nahverkehrsplan berücksichtigt.
 Der Fahrplan der Linie MR‐65 soll verstetigt werden.

 

In der finalen Fassung des Nahverkehrsplans auf Seite 145 finden sich nun die geplanten Veränderungen zum Status-Quo zur Line MR-65:

MR-65 Ausweitung der Betriebszeiten in den Abendstunden.
 Verstetigung des Angebots im Abschnitt zwischen Wetter-Treisbach
 und Biedenkopf.

Ja, Sie lesen richtig, …“zwischen Wetter-Treisbach und Biedenkopf“!

Amönau, Oberndorf und Warzenbach sollen also außen vor bleiben?

Seit Dezember gibt es trotzdem weitere Verbindungen, die allerdings für Berufspendler kaum nützlich sind. Die neue Abfahrt 16:57 Uhr liegt sicherlich vor der durchschnittlichen Rückfahrt vom Arbeitsplatz.
Das m. E. sehr attraktive „Durchbinden“ der Busverbindung 482 aus Marburg Innenstadt, jetzt MR-60, wurde leider nicht berücksichtigt (Erlenring 17:04 – Wetter 17:26).
Die Lücke zwischen den beiden Rufbus-Verbindungen besteht auch nach wie vor. Gerade diese ist absolut unverständlich. Hier könnte man ein zusätzliches Angebot um 19:50 Uhr machen. Die hohe Auslastung der Verbindungen 18:50 Uhr und 20:50 Uhr würde dies rechtfertigen und für Pendler aus FFM oder Kassel ist dies ein durchaus realistischer Rückreisezeitpunkt.

Ich werde diesbezüglich nachfragen und hier berichten.

 

Quellen: