Antwort vom hessischen Umweltministerium – Rückbau asphaltierter Forstwege

Vom hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (Priska Hinz) habe ich inzwischen eine Antwort auf meine Anfrage erhalten.

Leider geht man hier fast ausschließlich auf den „Marburger Fall“ ein.
Mir ging es aber eben gerade darum, die hessenweiten Auswirkungen der Handlungsmaxime von HessenForst aufzuzeigen und den Widerspruch zu den Bestrebungen den Radverkehr zu fördern, zu skizzieren.
Man hätte meine Anfrage halt komplett lesen müssen um das zu verstehen, na ja.
Überhaupt wirkt das Antwortschreiben irgendwie „recycled“, d. h. dass es wahrscheinlich in ähnlicher Form am die genannten Marburger Politiker und Aktiven ging.

Aber was steht denn nun drin in der Antwort?

In großen Teilen nichts Neues. Es geht um die eigentliche Zweckbestimmung von Waldwegen, wie es das hessische Waldgesetz vorsieht.
Es wird grundsätzliche Gesprächsbereitschaft bzgl. der Wege auf den Lahnbergen signalisert.
Die Maßnahme am Hans-Helmut-Paul-Weg wird wohl aus finanziellen Gründen bis 2019 zurückgestellt.

Ein kleiner Satz hat mich aber dann doch aufhorchen lassen. In Bezug auf die Zweckbestimmung und den Status von Waldwegen heißt es hier:

Anderes würde nur gelten, wenn Waldwege im Sinne verkehrsrechtlicher Vorschriften als offizielle Radwege gewidmet würden und dann der zuständige Verkehrsträger (wie hier Ihre Stadt) verfahrensmäßig die Zuständigkeit für Ausbau, Unterhalt und Verkehrssicherheit als Radverkehrsweg übernähme.

Wer so etwas schreibt, scheint sich ja einer solchen Lösung nicht grundsätzlich zu verschließen.
Und genau hier müsste man ansetzen!
Dann hängt es nämlich vorwiegend am Geld und das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung wäre mit dem Auftrag der Radverkehrsförderung am Zuge hier finanzielle Hilfen in Aussicht zu stellen!
Von dieser Stelle habe ich übrigens auch nach zweiter Anfrage bisher keinerlei Rückmeldung erhalten!

Also Herr Al-Wazir, kaufen Sie doch der Frau Hinz mal ein paar Waldwege ab und schenken Sie sie den Radfahren! Die hätten es verdient!

 

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Interessenkonflikt beim Rückbau asphaltierter Forstwege – Brief an die hessischen Ministerien

Über das Verhalten von Hessen Forst bzgl. Rückbau von asphaltierten Forstwegen wurde hier berichtet.

Was die aktuellen Auswirkungen in Marburg betrifft, gibt es bereits massiven Widerstand.

Zum Beispiel:

Da es aber nur eine Frage der Zeit ist, dass in der Region der nächste Wald-(Radweg) an der Reihe ist wollte ich darauf aufmerksam machen, das hier ein gravierender Interessenkonflikt für ganz Hessen besteht. Aus den Landesverbänden des ADFC oder des VCD hört man zu dem Thema leider gar nichts. Daher habe ich einen Brief an die hessischen Ministerien geschickt.

Hier der Brief: Interessenkonflikt beim Rückbau asphaltierter Forstwege

 

Ministerien:
1. Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, (Tarek Al-Wazir)
2. Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, (Priska Hinz)

Ich bin gespannt auf die Antwort!

Lücken für Berufspendler auf der Buslinie MR-65

Trotz deutlicher Verbesserung im Spätverkehr der Buslinie MR-65 wird es voraussichtlich weiterhin Takt-Lücken für Berufspendler aus den westlichen Wetteraner Ortsteilen geben.

Im Rahmen der Bürgerbeteiligung bzgl. der Erstellung des Nahverkehrsplan für den Landkreis habe ich auf diese Lücken aufmerksam gemacht. (Anlage I-2, Seite 22/42)

Meine Anregung im Zuge der Bürgerbeteiligung:
 Taktung Bus 65 von Wetter nach Biedenkopf 
 Der Bus 65 von Wetter Bahnhofstrasse Richtung Biedenkopf bzw. Treisbach
 hat eine Taktlücke zwischen 16:10 und 18:15!
 Ideal wäre hier noch eine Fahrt ab ca. 17:20 Uhr denn dann würde sich ein 
 Anschluss aus Marburg Innenstadt mit Bus 482 ohne Umstieg an Marburg HBF 
 ergeben.
 Auch die folgenden AST‐Abfahrten haben eine Lücke zwischen 18:50 und
 20:50 Uhr. Dadurch läuft die RB 43 (Ankunft 19:44 in Wetter) ins Leere.
 Beide Lücken fallen in den Zeitraum der Berufspendler!

Antwort der Moderation:
 Vielen Dank für Ihre Anregung. Bei der Linie MR‐65 handelt
 es sich um eine Erschließungslinie. Hierbei wurde festgelegt,
 dass bei entsprechender Nachfrage das Angebot über das
 Niveau der Grundversorgung hinaus verstärkt werden kann.
 Bislang gab es noch keine Hinweise auf eine zusätzliche
 Bedienung. Wir werden Ihre Anregung im Zuge der
 Aufstellung des Nahverkehrsplans berücksichtigen.
 Ihre RNV‐Moderation

Anmerkung des RNV:
 Wird im Nahverkehrsplan berücksichtigt.
 Der Fahrplan der Linie MR‐65 soll verstetigt werden.

 

In der finalen Fassung des Nahverkehrsplans auf Seite 145 finden sich nun die geplanten Veränderungen zum Status-Quo zur Line MR-65:

MR-65 Ausweitung der Betriebszeiten in den Abendstunden.
 Verstetigung des Angebots im Abschnitt zwischen Wetter-Treisbach
 und Biedenkopf.

Ja, Sie lesen richtig, …“zwischen Wetter-Treisbach und Biedenkopf“!

Amönau, Oberndorf und Warzenbach sollen also außen vor bleiben?

Seit Dezember gibt es trotzdem weitere Verbindungen, die allerdings für Berufspendler kaum nützlich sind. Die neue Abfahrt 16:57 Uhr liegt sicherlich vor der durchschnittlichen Rückfahrt vom Arbeitsplatz.
Das m. E. sehr attraktive „Durchbinden“ der Busverbindung 482 aus Marburg Innenstadt, jetzt MR-60, wurde leider nicht berücksichtigt (Erlenring 17:04 – Wetter 17:26).
Die Lücke zwischen den beiden Rufbus-Verbindungen besteht auch nach wie vor. Gerade diese ist absolut unverständlich. Hier könnte man ein zusätzliches Angebot um 19:50 Uhr machen. Die hohe Auslastung der Verbindungen 18:50 Uhr und 20:50 Uhr würde dies rechtfertigen und für Pendler aus FFM oder Kassel ist dies ein durchaus realistischer Rückreisezeitpunkt.

Ich werde diesbezüglich nachfragen und hier berichten.

 

Quellen:

Busverkehr soll nachtaktiver und niedrigschwelliger werden

Die ALV Oberhessen gewinnt die obligatorische Ausschreibung für den Busverkehr in den Bereichen Nord und Südost im Landkreis und kündigt an, dass sie im Ebsdorfergrund eine Mehrleistung von 300000 Kilometer erbringen wird.

Bemerkenswert hierbei ist, das der Nahverkehrsplan 2018 – 2022 bis dato noch nicht verabschiedet ist. Das bedeutet, das die Kilometerleistung vorab fest stand und die Beteiligung der Gremien und Bürger offensichtlich keinen Einfluss darauf hatten.

Über die Bürgerbeteiligung wurde auf dieser Seite berichtet: http://www.burgwaldregion-mobil.de/2017/07/12/wetteraner-fordern-spaetverkehr/

Die gute Nachricht:
Udo Diel, Busunternehmer und Geschäftsführer des ALV verrät in einem Interview mit der Oberhessischen Presse schon mal, dass der Busverkehr „nachtaktiver“ werden soll. Was das konkret bedeutet, wird die Öffentlichkeit wohl erst erfahren, wenn der NVP offiziell vom Kreistag beschlossen wurde. Der Termin dafür ist November 2017.

Über das Nahverkehrsangebot sollten künftig vier ehrenamtliche Mobilitätsbeauftragte informieren.

Mit dem Einsatz dieser ehrenamtlichen Mobilitätsberater soll der Kundenservice verbessern werden und den Menschen, denen Bus und Bahn fremd geworden sind, der ÖPNV wieder näher gebracht werden, so der ÖPNV-Dezernent Marian Zachow. „Gerade der älteren Generation soll so die Orientierung bei der ÖPNV-Nutzung erleichtert und Einkaufsfahrten, Arztbesuche und ähnliches vereinfacht werden“