Landratswahl – Sind die Kandidierenden fit für die Mobilität von Morgen?

Anlässlich der bevorstehenden Landratswahl wollen wir hier eine Entscheidungshilfe bezüglich der Einstellung der Kandidierenden zur Entwicklung der Mobilität der Zukunft geben. Dazu haben wir die Aussagen der Kandidierenden in einer Art Presseschau aufbereitet und im Anschluss kommentiert.

Es gibt sicherlich viele Querschnittsthemen, die in diesem Zusammenhang wichtig sind. Wir haben uns aber bei unserer Recherche hauptsächlich auf „Mobilität“, und im eigenen Interesse auf „Bürgerbeteiligung“ sowie die Einstellung zu „ehrenamtlichen Engagement“ konzentriert.

Die Quellen
Neben der Berichterstattung der Oberhessischen Presse, hat sich auch der Hinterländer Anzeiger bei einer Podiumsdiskussion erfreulicherweise mit dem Thema „Mobilität und Verkehr“ beschäftigt. Dabei stellte der Hinterländer Anzeiger übrigens fest, daß keiner der Kandidierenden mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Bürgerhaus Friedensdorf gekommen ist, obwohl dies gut möglich gewesen wäre.
Besonders erwähnenswert ist auch das Format „Mein Kirchhain“. Der äußerst sympathische Moderator Frank Wagner hat mit allen Kandidierenden einen ausführlichen und unterhaltsamen „Kandidierenden-Check“ durchgeführt und die Videos dazu veröffentlicht.

Presseschau

Uwe Pöppler (CDU)

In einem Interview mit dem Hinterländer Anzeiger nennt Pöppler die Sanierung von Straßen als wichtiges Thema, die Zeitung schreibt weiterhin:

Uwe Pöppler (CDU) betont, dass die Taktung des ÖPNV verbessert werden müsse. Das werde aber nicht reichen. "Wir werden ohne Pkw nicht auskommen", so Pöppler, "E-Mobilität, Busse, Bahn - das nützt den Menschen hier im Hinterland nichts". Leuten, die ein Haus am Hang haben, helfe der ÖPNV wenig. Dafür brauche es "Fahrzeuge, die den nötigen Bums haben" und auch geeignet sind, einen Anhänger zu ziehen. "Das lässt sich mit der E-Mobilität im ländlichen Raum nicht umsetzen", so Pöppler.

Die Zeitung zitiert ihn auch zum Thema Radverkehr:

"Dass wir ein flächendeckendes Radnetz auch zur Arbeit und zur Schule brauchen, ist unstrittig"

Bezüglich bisheriger Bemühungen des Landkreises sagt er zur Radverkehrsplanung :

"Die meisten Wegebeziehungen sind doch klar. Man muss nicht fünf, sechs Jahre planen. Und dann schauen wir. Und dann fangen wir an. Das ist mir zu lang."

Im OP-Wahltalk positioniert er sich zur Elektromobilität, die Zeitung schreibt:

Uwe Pöppler ist von einer „übergestülpten E-Mobilität“ nicht überzeugt, daher seien die Quoten noch so niedrig – dass es anders gehe, zeige das Thema E-Bikes. „Eine emotionslosere Debatte ist dabei wichtig“.

Die OP fragte noch nach der ländlichen Infrastruktur, hier antwortete Pöppler:

Der Ausbau von Einkaufsmöglichkeiten, der ÖPNV, ... sanierte Straßen, ein flächendeckendes Glasfasernetz in jedem Haushalt und ein Mobilfunknetz, das den Namen auch verdient,...

Auch im OP-Interview kritisiert er die bisherigen Bemühungen des Landkreises bei der Radverkehrsförderung:

Es reiche nicht, Themen PR-wirksam in Szene zu setzen und eine Bürgerbeteiligung zu proklamieren. „Über den Ausbau des Radwegenetzes wurde nun bald sechs Jahre diskutiert und kein einziger Radweg gebaut“, sagt Pöppler.

Im gleichen Interview sagt er zur Elektromobilität bzw. zur Nutzung des Pedelec:

...Aktuell gehe es um flächendeckendes schnelles Internet und ein sicheres modernes Handynetz sowie auch um ein gut ausgebautes Radwegenetz, weil immer mehr Menschen das E-Bike für sich entdecken und sich damit dann auch auf sicheren Wegen im Landkreis bewegen wollen. „Das E-Bike feiert Erfolge, weil es die Menschen überzeugt. Es wurde ihnen nicht aufgestülpt. Unsere Aufgabe ist es nun, auch die Infrastruktur dafür herzustellen.“
 Im Kandidierenden-Check von „Mein Kirchhain“ sagt Pöppler, daß er ein flächendeckendes Radwegenetz schaffen will, auch in den Kernstädten. Er findet, das ÖPNV bei Weitem nicht ausreicht, um Autos zu ersetzen.

Zur Bürgerbeteiligung sagt er, daß diese ja schon stattfände und zählt auch das Medium der Sozialen Plattformen, sowie den Wahlkampf als Mittel zur Beteiligung.

Thomas Riedel (FDP)

Die OP berichtet in ihrem Wahltalk über seine Meinung zur Mobilität:

Für Thomas Riedel ist klar, dass vor allem in Marburg „seit 30 Jahren diskutiert wird – es aber nie den Mut gab, etwas zu machen“. Ein vernünftiges Verkehrskonzept müsse in Angriff genommen werden – mit der Federführung beim Landkreis, um dann „auch mal etwas Großes zu wagen“.

…und zur E-Mobilität:

Und Thomas Riedel sieht auch in 15 Jahren weiter den Verbrennungsmotor, „das wird der Hauptantrieb sein – daran führt leider kein Weg vorbei“.

Zur OP-Frage nach der ländliche Infrastruktur sagt er, daß der ÖPNV attraktiv sein müsse. Außerdem bermerkt er zu diesem Thema, daß die Fertigstellung der A 49 Einfluß auf die Verringerung des Leerstandes in den Kommunen hätte.

Im OP-Interview schlägt einen Carsharing-Pendelverkehr als Zubringer zur Bahn vor:

Ein inhaltlicher Schwerpunkt ist für den Michelbacher die Mobilität auf dem Land. Ihm schwebt vor, Verkehrsmittel sinnvoll miteinander zu kombinieren, konkret: in den einzelnen Dörfern Carsharing-Angebote zu schaffen – ausschließlich für einen Pendelverkehr zum nächsten Bahnhalt. „Das wäre vermutlich sehr effektiv“, sagt Riedel, der deswegen möchte, dass der Kreis die ­Federführung für die Entwicklung eines solchen Konzeptes übernimmt. Auch der Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs sei eine dringende Aufgabe des Kreises.

Der Hinterländer Anzeiger berichtet über seine Aussagen in der Podiumsdiskussion Zur Frage nach der wichtigsten Aufgabe im Hinterland nennt er dort:

„Industrieförderung durch Anbindung an Autobahnen und Schnellstraßen. Umgehungsstraßen etc.“

Er wird von der Zeitung auch zum Thema ÖPNV zitiert:

Pöppler und Fründt hätten wichtige Argumente zum ÖPNV gebracht, sagt Thomas Riedel (FDP). Auch er hebt die Bedeutung der Taktung hervor. "Die Taktungen gehen häufig massiv an den Leuten vorbei. Wenn Schichtbeginn ist, müssen die Leute um 5 Uhr losfahren können. Aber den Bus gibt es einfach nicht." Die Frage, ob er im Kreis einen kostenfreien ÖPNV anstrebt, verneint Riedel - als einziger der fünf Kandidaten. Riedel: "Der ÖPNV muss gut sein, nicht umsonst."

…und zum Radverkehr:

FDP-Politiker Riedel macht deutlich, dass sein Ansatz in Sachen Radwege ein ganz anderer ist. "Man sollte erst mal anfangen, Straßen zu reparieren." Er sei nicht gegen Radwege. Aber seine Priorität liege auf den Straßen. Davon hätten auch die Radfahrer etwas. Danach könne man sich um die Radwege kümmern.

Im Kandidierenden-Check von „Mein Kirchhain“ sagt Riedel, der Kreis sollte sich dem Thema Verkehr annehmen und nicht die Stadt Marburg alleine. Momentan wäre die Stadt Marburg die einzige Institution, die das Thema bewegt und wie er sagt „den Nachbarn auf die Füße tritt“. Der Kreis solle federführend ein übergreifendes Verkehrskonzept entwicken.

Dann sagt er noch : „.. da ist die Federführung von Marburg sicherlich gefragt.“.
Anmerkung des Autors: Das ist wohl ein „Versprecher“.

Zum Thema Ehrenamt fällt ihm unter anderem ein, daß er in der Gruppe Doppelkopf spielt.

Auf eine Bürgerbeteiligung legt er zwar großen Wert, am Ende des Tages würden aber aber die gewählten Entscheidungsträger entscheiden.

Er betont noch, daß er tatsächlich Landrat werden will.

Auch im Wahlprogramm findet sich das Thema Mobilität.
Stichpunktartig sind hier die Statement dazu aufgeführt:

  • Mobilität für jeden!
  • Verkehrswende bedeutet, dass sich jeder Bürger für ein Verkehrsmittel entscheiden kann.
  • Wir schaffen und optimieren die Angebote.
  • „Umparken im Kopf“ – Individuelle Mobilität bedeutet individuelle Freiheit.
  • Angebote, die genutzt werden, verringern den Individualverkehr und schützen die Umwelt.

Anna Hofmann (Die Linke)

Im Interview des Hinterländer Anzeigers erklärt Anna Hofmann zum Thema Mobilität:

"Den ÖPNV muss man ausbauen" Die Angebote in Kreis und Stadt Marburg müssten besser abgestimmt sein. Und: "Die Scheldetalbahn und die Salzbödetalbahn müsste man wieder instandsetzen." ..."Es wäre falsch, den Weg zu gehen zu immer mehr motorisiertem Verkehr." Als Vorbild nennt sie das Regiotram-Konzept in Kassel. "Da ist eine Stunde raus vernetzt mit Schienen."

…und zum Radvekehr im Speziellen:

Die Idee des Landkreis-Konzepts sei nicht schlecht, sagt Linken-Politikerin Hofmann. "Was natürlich nicht geht, ist Prioritäten so zu setzen, dass man dann 20 Jahre für die Umsetzung braucht." Man müsse mehrere Millionen für die Umsetzung ausgeben. Sonst bleibe es ein "Scheinkonzept".

Im OP-Wahltalk stellt Hofmann fest:

„Wir müssen Doppelstrukturen im ÖPNV auflösen“, fordert Anna Hofmann. Wünschenswert sei eine Art „Stadtwerke für den Landkreis“ – und eine Anbindung mit guten Takten mit einem belebten Schienennetz im Sinne der Regiotram im Raum Kassel. Auch müsse es Bürgerbusse geben – mit fest angestellten Fahrern.

…und zur E-Mobilität bemerkt sie:

Für Anna Hofmann ist das Drei-Liter-Auto in puncto CO2-Bilanz „eine echte Alternative“.

Zur Frage der OP bzgl. ländlicher Infrastruktur antwortet sie (unter anderem):

Der öffentliche Personennahverkehr sollte so ausgestaltet sein, dass Kinder und Jugendliche zum Sportverein, Schule und Ausbildungsort kommen können.

Aus ihrem Interview berichtet die OP:

Zum Klima-Thema passt ein anderer Wahlspruch, mit dem die Linke-Kandidatin „Mehr Busse und Bahnen“ fordert. Beim öffentlichen Personennahverkehr kommen gleich mehrere Faktoren zusammen: Weniger Individualverkehr entlastet die Umwelt. Zugleich würden viele Menschen auf dem Land von einem attraktiven Nahverkehrsangebot profitieren, so Hofmanns Kalkül.

Im Kandidierenden-Check von „Mein Kirchhain“ fordert Hofmann einen „Nulltarif“ für den ÖPNV. Nur so könnten im Verkehr die Ziele zur CO2-Reduktion erreicht werden.
Mindestens plädiert sie für ein Sozialticket für wirtschaftlich schlechtergestellte Menschen mit dem dann der ÖPNV kostenlos zu nutzen wäre.

Sie identifiziert als Problem im Landkreis die mangelnde Anbindung des ländlichen Raums durch den ÖPNV, die neben weiterer Infrastruktur notwendig wäre um z. B. auch für Stundenten das „Wohnen auf dem Lande“ zu ermöglichen. Als konkrete Lösung würde sie das Regiotram-Konzept vorantreiben.

Das Ehrenamt hält sie für wichtig, jedoch darf oder sollte es keine hauptamtlichen Tätigkeiten ersetzen.

Die Aktivitäten des Kreises bezüglich der Bürgerbeteiligung gehen für sie teilweise am Ziel vorbei. Als Beispiel nennt sie den „Bürgerhaushalt“, der keine echte Beteiligung sei. Als positives Beispiel nennt sie den Bürgerdialog Radverkehr bzw. die Etablierung des Radverkehrsforums. Dieses Format würde sie gerne weiterführen.

Sie sagt, daß sie nicht angetreten ist um Landrätin zu werden (da sie sich wenig Chancen einräumt). Sie möchte mit der Kanditatur für Themen werben, die sie für wichtig hält.

Hans-Werner Seitz (Grüne)

Im Rahmen der Podiumsdiskussion des Hinterländer Anzeigers äußert sich Seitz zum Thema ÖPNV und Mobilitätsmix. Die Zeitung berichtete:

"Beim Thema ÖPNV sollte man nicht mit: ,Ja - aber das Auto muss bleiben' anfangen", kritisiert Hans-Werner Seitz (Grüne) die Vorredner. Dass der öffentliche Nahverkehr auf dem Land nicht in jede Ecke kommen werde, sei klar. Wichtig sei aber, zu schauen, wie weit man kommen könne. "Carsharing, Bus, Bahn, Auto - das muss für die Zukunft alles zusammengedacht werden". Der Kreis müsse den Prozess moderieren.

…und zum Thema Radverkehr kritisiert er das Ergebnis des Landkreises:

"Das Ergebnis ist für fünfeinhalb Jahre sehr mager", kritisiert Grünen-Politiker Seitz. Er berichtet, dass es bei Amöneburg viele fahrradgeeignete Feldwege gebe. Das Problem seien die Lücken. Seitz: "Es gibt viele Lücken. Die hätte man schon lange schließen können, ohne erst einen Plan zu machen."

Im OP-Wahltalk verweist er auf den Anteil des Verkehrs am Klimawandel. Die Zeitung schreibt:

Für Hans-Werner Seitz hat Mobilität „den Charakter eines Grundrechts“ – aber der Verkehr habe auch einen großen Anteil am Klimawandel. Denkbar sei eine Mobilitätskarte für alle Transportmittel – um nicht bei jedem Verkehrsträger „immer wieder neu bezahlen“ zu müssen.

…und zur E-Mobilität:

Hans-Werner Seitz empfiehlt dabei auch den Blick auf andere Länder, um sich nicht alleine auf eine Technik festzulegen.

Bezüglich OP-Frage nach der ländlichen Infrastruktur sieht er den RMV mit in der Pflicht:

Wichtig ist auch die Erreichbarkeit der weiterführenden und beruflichen Schulen, aber ebenso der größeren Betriebe. Hierzu muss der öffentliche Personennahverkehr deutlich besser werden. Dazu würde ich gerne die Auseinandersetzung mit dem RMV suchen.

Im Interview der selben Zeitung kritisiert er erneut das bisherige Ergebnis des Landkreises:

Beim Stichwort Mobilität und Radwegenetz muss Seitz lachen. Planungen für Radwege im Landkreis gebe es seit Jahren, „aber nicht ein einziger Radweg wurde gebaut“. Auch da würde er auf verstärktes Netzwerken der Kommunen setzen, mit dem Kreis als Moderator.

Im Kandidierenden-Check von „Mein Kirchhain“ bezeichnet er das Verkehrsthema als wichtig und stellt es in Zusammenhang zum Thema Wohnen. Von einer Verkehrswende verspricht er sich einen Beitrag zum Klimaschutz. Seitz differenziert zwischen Mobilität im ländlichen Raum und Mobilität in der Stadt, verweist aber auch auf die Verkehrsbeziehungen aus dem Umland in die Stadt Marburg.
Hier sollten Kreis und Stadt mehr kooperieren und Finanzierungs- und Kompetenzgerangel überwinden.

„Ehrenamt“ nennt er lieber „freiwiliges Engagement“ und hält es für den Kitt der Gesellschaft.

Bürgerbeteiligung sollte seiner Meinung nach anlassbezogen und ergebnisoffen sein. Die Menschen sollen sich später in den Ergebnissen auch wiederfinden. Außerdem solle Politik ihre Prozesse für den Bürger nachvollziehbar gestalten.

Kirsten Fründt (SPD, amtierende Landrätin)

Im Zuge ihrer Podiumsdiskussion berichtet die Zeitung Hinterländer Anzeiger über Kirsten Fründts Schwerpunkte Mobilität auf dem Lande und Radverkehr:

Die aktuelle Landrätin und SPD-Kandidatin Kirsten Fründt, betont, das Auto werde im ländlich strukturierten Landkreis nicht komplett verzichtbar sein. Der ÖPNV werde nicht alles abdecken können. Positiv hebt Fründt hervor, dass zwei Schnellbuslinien - Marburg-Gladenbach und Gladenbach-Biedenkopf - eingerichtet wurden. "Die werden sehr gut angenommen." Derzeit gebe es Überlegungen, einen Schnellbus nach Dillenburg einzurichten. Zur Schiene sagt Fründt: "Wir sind dabei, zusätzliche Haltestellen zu diskutieren." Wichtig sei auch der Ausbau der Rufbusse. Da gehe es um "den letzten Meter" nach Hause. Potenzial sieht Fründt dafür im Ehrenamt. Vielerorts gebe es Bürgerbusse, die Ehrenamtlichen fahren.

Um Vernetzung geht es auch beim Thema Radwege. Am Radwegekonzept des Kreises, mit dem Landrätin Fründt wirbt, gibt es viel Kritik. Redakteur Mark Adel zitiert dazu Andreas Schulz, Bürgermeister in Ebsdorfergrund und genau wie Fründt SPD-Mitglied, dem die Umsetzung des Konzepts zu lange dauert.

Fründt hält dagegen: "Radwegeausbau ist grundsätzlich erstmal Sache der Kommunen." Das habe in der Vergangenheit indes dazu geführt, dass die Schnittstellen der Wege nicht abgestimmt waren. "Wir wollen, dass Menschen aus Daupthetal nach Wetter mit dem Rad zur Arbeit fahren können", so Fründt. Deshalb habe der Kreis mit Bürgerbeteiligung ein Radwege-Konzept mit 200 Maßnahmen aufgestellt. "Unser Konzept ist ein Vorschlag zur Umsetzung." Der Kreis habe Möglichkeiten, Projekte vorzufinanzieren. "Denn nicht jede Kommune ist so finanzstark wie Ebsdorfergrund."

Im OP-Wahltalk verweist sie u. A. auf eine ÖPNV Kooperation zwischen Kreis und Stadt Marburg und auf bereits erreichtes:

Kirsten Fründt betonte, dass es eine entsprechende Arbeitsgruppe auch mit der Stadt Marburg bereits gebe.
 „Im Übrigen haben wir die Schnellbuslinien ausgebaut – diese werden sehr gut angenommen.“ Zu einem Mobilitätskonzept gehöre eine sinnhafte Verknüpfung „auch der Individualverkehre“, so Fründt.

…und zur E-Mobilität:

Kirsten Fründt möchte die Quote weiter steigern – „abhängig von der Technik“.

Bzgl. der OP-Frage zur ländliche Infrastruktur nennt sie unter anderem:

Förderung von Bürgerbussen

Im OP-Interview erklärt sie den Verkehr zum politischen Ziel und sagt:

Für Unternehmen wohl ähnlich wichtig: der Verkehr. Sei es für die eigene Logistik, sei es für die Menschen, die zur Arbeit fahren. Um die Bahn attraktiver zu machen, könnten mehr Bedarfshaltestellen installiert werden, sagt Fründt. Auch eine Wiederbelebung der Salzbödebahn habe Potenzial.

Und nicht zuletzt spiele das Fahrrad für viele Menschen eine immer wichtigere Rolle, und zwar nicht nur in der Freizeit, sondern auch, um zur Arbeit zu fahren. Hier sei ihr Ziel, das Radwegenetz auszubauen. Zwar habe der Kreis nur wenige eigene Flächen, die sich hierfür anbieten. Die Rolle des Landkreises sieht Fründt deshalb auch eher als Koordinator und Impulsgeber. „Wir müssen mit den Kommunen ein durchgängiges Konzept abstimmen. Die Pläne hierfür lägen mittlerweile vor, sagt sie.

Im Kandidierenden-Check von „Mein Kirchhain“ weist sie darauf hin, daß uns das Thema Mobilität an vielen Stellen begegnet und  fragt:
Wie schaffe ich Mobilität mit ÖPNV und dem Radverkehr (bei dem der Kreis in den letzen Jahren sehr gut vorangegangen sei).
Was passiert mit dem motorisierten Iindividualverkehr in den Städten und Gemeinden (diese stünden im Angesicht zunehmender Verkehrsmengen vor Herausforderungen).

Fründt möchte ein intelligentes Mobilitätskonzept schaffen und damit allen Bedarfen auch denen, der älterwerdende Bevölkerung gerecht werden.

Sie lobt Bürgerbusse und Schnellbuslinien als Verdienst bisheriger Bemühungen, sagt aber, daß man hier nicht stehenbleiben dürfe.

Sie betont noch einmal, das alle Themen gemeinsam wichtig sind.

Dem Ehrenamt gebühre eine sehr hohe Wertschätzung. Der Kreis habe daher die Ehrenamtspauschale eingeführt, welche fortgeführt werden solle. Sie war selbst 12 Jahre als Vorsitzende im Sportverein ehrenamtlich tätig.

Die Bürgerbeteiligung möchte sie wie bereits praktiziert fortführen und betont, daß die Politik die Kompetenzen der Bürger für ihre Enscheidungen benötige.

 

Kommentare

Kommentar zu Uwe Pöppler

Uwe Pöppler behauptet, daß, wer ein Haus am Hang habe und einen Anhänger ziehen müsse nicht mit einem Elektroantrieb fahren könne. Das Auto müsse „Bums“ haben!
Das ist aus technischer Sicht überhaupt nicht nachzuvollziehen und soll wohl heißen, daß es gute Gründe für die Anschaffung eines Diesel-SUV mit viel Hubraum gibt.

Der Vorwurf an den Landkreis, er halte sich zu lange mit der Radnetzplanung auf und baue dann keine Radwege ist nicht wirklich seriös. Radwege können hauptsächlich die Kommunen bauen. Herr Pöppler ist als CDU Fraktionsvorsitzender Mitglied der Kirchhainer Stadtverordnetenversammlung. Somit ist er Antragsberechtigt und müsste hier den Bau von Radwegen auf den Weg bringen. Der einzige Antrag der CDU-Fraktion zum Thema Radverkehrsförderung in den letzten Jahren ist laut Bürgerinformationssystem ein Prüfantrag aus dem Jahr 2017. Geprüft werden soll ein innerstädtisches Radwegenetz mit der konkreten Maßnahme „Einrichtung von überfahrbaren Radwegemarkierungen“ in bestimmten Straßen. Von diesen Markierungen ist bis heute leider nichts zu sehen!

Er sagt, daß er beim Radwegebau schneller werden will, sagt aber nichts dazu, wie er das erreichen will. Er hat den Radverkehr offensichtlich im Blick nennt aber bei der Frage nach den wichtigsten Themen eher das Mobilfunknetz, als das Radwegeetz!

Seine Aussagen sind beim Thema ÖPNV nicht konsistent. Er nennt diesen gegenüber der OP als wichtigen Bestandteil der ländlichen Infrastruktur. Auf der HA-Podiumsdiskussion, behauptet er, daß Busse und Bahnen dem Hinterland nichts nützen würden.

Kommentar zu Thomas Riedel

Herr Riedel macht keinen Hehl daraus, daß er vom Radwegebau nichts hält. Radverkehr wird bei ihm eher im Bereich der Naherholung verortet.

Er fordert in Sachen Mobilität etwas Großes zu wagen, hält jedoch in seinen Aussagen am Individualverkehr mit Verbrennungsmotor und am Straßenausbau fest.

Von einem Konzept, welches er vorschlägt – ein exklusives Carsharing-Angebot ausschließlich als Zubringer zum ÖPNV – haben wir noch nie gehört und halten es auch nicht für sinvoll.

Kommentar zu Anna Hofmann

Ein kostenloser ÖPNV wäre sicherlich ein großer Anreiz für dessen Nutzung. Die Sicherstellung von Mobilität ist ganz bestimmt auch eine Aufgabe der Daseinsvorsorge. Dies muss aber nicht automatisch bedeuten, das sie auch kostenlos ist.

Hätten wir eine verursachungsgerechte Umlegung der Mobilitätskosten auf die verschiedenen Verkehrstträger, so wäre der ÖPNV schon jetzt unschlagbar günstig und könnte zudem noch deutlich ausgebaut werden.

Mobilität = Kostenlos? Nicht lieber ein Angebot mit hoher Qualität zu fairen Preisen?

Ein kostenloser ÖPNV hat eher noch einen sozialen Aspekt. Diesen Aspekt hat eine Mobilität jenseits von MIV jedoch ohnehin. Siehe dazu den hier veröffentlichten Artikel „Sanfte Mobilität ist sozial“.

Frau Hofmann bringt die wichtigen Aspekte der Mobilität zusammen, was sie deutlich von den Kandidaten der konservativen Parteien unterscheidet. Sie verweist auf Herausforderungen im Bereich von Siedlungsstrukturen und dem Stadt-Land Gefälle. Auch Infrastrukturthemen wie z. B. Die Kinderbetreuung im ländlichen Raum stellt sie in den Zusammenhang mit Mobilitätsfragen.

Sie macht sehr konkrete Vorschläge (was die zuvor genannten Kandidaten ebenfalls vermissen lassen), wobei ihr auch die jahrelange Erfahrung in der Kommunalpolitik anzumerken ist.

Kommentar zu Hans-Werner Seitz

Herr Seitz kritisiert das -seiner Meinung nach- schwache Ergebnis des Landkreises beim Bau von Radwegen. Hier gilt das Gleiche, wie schon im Kommentar zu Herrn Pöppler gesagt. Der Landkreis hat nur begrenzte Möglichkeiten selber Radwege zu bauen. Dabei sind viel mehr die Kommunen gefragt. Hier sollte er dann auch auf eine bessere Kooperation drängen, wie er es für Landkreis und die Stadt Marburg fordert. Wie er das praktisch umsetzen will wird leider nicht erwähnt.

Hans-Werner Seitz hat viele verschiedene Aspekte der Mobilität im Fokus und skizziert teilweise konkrete Lösungsansätze.

Im Geographie-Quiz von „Mein Kirchhain“ hat er hervorragend abgeschnitten! Das dürfte daren liegen, dass er nach eigenen Angaben leidenschaftlicher Radfahrer ist und quasi den ganzen Landkreis „erradelt“ hat. Folglich kennt er sich mit den Bedürfnissen von Vielradlern schon einmal aus. Wie das für die Bedürfnisse ungeübter Radfahrer aussieht, darüber geben seine Aussagen keinen Aufschluss. Er hat aber erkannt, daß man auch mit weniger planungsintensiven Maßnahmen schnelle Erfolge erziehlen könnte. Trotz seines erfrischend pragmatischen Auftretens bleibt allerdings unklar, wie er dies mit den Baulastträgern umsetzen will.

Kommentar zu Kirsten Fründt

Kirsten Fründt kann aufgrund ihrer laufenden Tätigkeit als Landrätin prinzipiell am Erfolg oder Mißerfolg gemessen werden. Ihr ist es natürlich möglich, zu den meisten Themen direkt auf laufende Aktivitäten zu verweisen. Durch ihre Amtserfahrung wirkt sie allerdings etwas abgeklärt und vielleicht etwas weniger visionär.

Das macht den Vergleich zu den anderen Kandidierenden nicht leicht.

Einen direkten Vergleich erlaubt jedoch das – eigentlich nicht ganz ernst gemeinte – Geografie-Quiz von „Mein Kirchhain“. Hier beweist sie immerhin die zweitbesten Landkreis-Geografie-Kenntnisse ganz knapp nach Hans-Werner Seitz. Das ist für ein Amt, das sich viel mit dem ländlichen Raum beschäftigen sollte, natürlich eine echte Qualifikation.

Außerdem fährt sie selbst auch alltagmäßig Fahrrad und ist somit direkt mit den Defiziten der Radverkehrsinfrastruktur konfrontiert.

Konkreten Maßnahmen zur Förderung alternatver Mobilitätsformen in ihrer Amtszeit sind z. B. (unvollständige Liste):

  • Beteiligung in Form von Bürgerdialogen zur Erstellung des Nahverkehrsplans und zur Radverkehrsplanung.
  • Verstetigung der Bürgerbeteiligung durch die Schaffung eines dauerhaften Radverkehrsforums.
  • Einrichtung einer Vollzeitstelle für einen Radverkehrsplaner
  • Festsetzung von 30 Prozent der Straßenbau-Haushaltsmittel für Radverkehrsförderung
  • Einrichtung von Schnellbussen auf ausgewählten Achsen
  • Kooperationsvereinbarung mit dem RMV zur Planung von Fahrradabstellanlagen an Bahnhöfen

Zu denken gibt ihre Einstellung zu ehrenamtlich betriebenen Bürgerbussen. Dieses Konzept möchte sie noch ausbauen. Das halten wir für falsch! Öffentliche Daseinsvorsorge hier in Form von Sicherstellung der Mobilität darf nicht auf das Eherenamt abgewälzt werden. Dies sollte nur in Einzelfällen oder als Übergangslösung akzeptiert werden.

Kommentar allgemein

Keiner der Kandidierenden macht eine Aussage dazu, wie der ÖPNV oder eine Radverkehrsinfrastruktur in Zukunft finanziert werden sollte. Die einzige Aussage hierzu kommt von Hans-Werner Seitz, der offensichtlich den RMV für die ÖPNV-Erschließung des ländlichen Raums in die Pflicht nehmen möchte.

Allein eine Senkung der Kreisumlage brächte finanzschwache Kommunen noch lange nicht in die Lage Radwege bauen zu können. Der Kreis sollte – z. B. im Landkreistag zusammen mit anderen Landkreisen – Druck auf das Land Hessen ausüben und Fördermodelle erwirken, die für die Kommunen auch finanzierbar sind. Idealerweise wäre dies ein zweckgebundener Fördertopf mit einer 90-100%igen Förderung von investiven Maßnahmen. Dann klappt es auch mit dem Radwegebau! Einen 30%igen Eigenanteil für den Bau von Radwegen können nur wenige Kommunen stemmen bzw. politisch durchsetzen.

Eine verursachungsgerechte Umlegung der Mobilitätskosten auf die verschiedenen Verkehrstträger müsste bundesweit, wenn nicht europaweit durchgesetzt werden. (Nicht nur für den CO2-Ausstoß). Dann könnte der ÖPNV kostenneutral ausgebaut und wirtschaftlich betrieben werden.

Der Landkreis kann nur begrenzt selbst Radwege bauen. Er kann aber Planungsleistungen erbringen und Koorddinationsaufgaben übernehmen. Auf Grund struktureller Gegebenheiten ist das Verhältnis von Landkreis und Kommunen aber immer recht gespannt. Der Grund dafür ist unter anderem das Dauerstreitthema „Kreisumlage“. Da die Kreisumlage im Landkreis Marburg-Biedenkopf sich zwischen einem mittlerem und einem unterem Niveau bewegt, sollte eigentlich nur darum gestritten werden, wofür das „eingesammelte Geld“ ausgegeben wird.

Der Konflikt lähmt oder hemmt zumindest die Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Kommunen. Für die Abstimmung eines gemeinsamen Verkehrskonzeptes oder eines Radverkehrsnetzes und deren Umsetzung ist das Gift!

Hier bedarf es dringend einer ausgiebigen und nachhaltigen Mediation!

 

Quellen:

  • https://www.op-marburg.de/Landkreis/Landratswahl-2019
  • https://www.mittelhessen.de/lokales/marburg-biedenkopf/marburg/podiumsdiskussion-zur-landratswahl-im-kreis-marburg-biedenkopf-kandidaten-stellen-sich_20401213#
  • https://www.youtube.com/channel/UCG7FywRlHM5kjvltdpv8VTg

Öffentliche Konferenz des Radverkehrsforums Marburg-Biedenkopf

Am 16. Oktober um 17.00 Uhr lädt die Kreisverwaltung zu einer öffentlichen Radverkehrskonferenz. Neben Informationen zum aktuellen Stand des Radverkehrsentwicklungsprozess, werden in einem Impulsvortrag Chancen und Möglichkeiten des Radverkehrs im ländlichen Raum thematisiert.
Anlass für die öffentliche Konferenz ist die aktuelle Ausweisung eines hessenweiten Hauptradnetzes.

Warum sollten Sie zur Konferenz kommen?
Das Land Hessen bereitet aktuell die Entwicklung eines landesweiten Radhauptnetzes vor. Mit den Achsen Marburg – Biedenkopf; Marburg – Neustadt und Marburg – Gießen ist von diesen Entwicklungen auch der Landkreis Marburg-Biedenkopf betroffen. Beteiligen Sie sich mit ihrer Expertise an der Diskussion über die Hauptachsen der Radverkehrsentwicklung in unserer Region, Ziel der Veranstaltung ist es, dem Land Hessen ein im Dialog mit der Kreisgesellschaft entstandenes Hauptradnetz für seine weiteren Überlegungen zur Verfügung zu stellen.

Rad-Hauptnetz Hessen

 

Weitere Hintergrundinformationen hier: Große Radverkehrskonferenz geplant – Hintergründe hier! | Mein Marburg-Biedenkopf

Bürgerbeteiligung bei Erstellung des Nationalen Radverkehrsplans

Im Rahmen der Erstellung des neuen Nationalen Radverkehrsplans können Sie bis zum 30. Juni 2019 ihre Meinungen und Ideen zur Verbesserung des Radverkehrs in Deutschland auf einer Online Beteiligungsplattform einstellen und nachlesen.

https://zukunft-radverkehr.bmvi.de/bmvi/de/home/beteiligen

Das Bundesverkehrsministeriums hat acht Leitziele vorgegeben, die im Rahmen der Online Beteiligung priorisiert und mit eigenen Ideen unterfüttert werden können. Diese sollen in die Entwicklung des neuen Nationalen Radverkehrsplans 2021 (NRVP) fließen. Auf dem 6. Nationalen Radverkehrskongress in Dresden wurden diese acht Leitziele mit Beispielen für mögliche Maßnahmen vorgestellt. Dresden ist übrigens gerade Schauplatz für ein absurdes machtpolitisches Manöver, welches hoffentlich keine Menschenleben fordert! Hier nachzulesen

 

Leitziele des BMVI mit Beispielmaßnahmen:

Ziel 1: Lückenloser Radverkehr in Deutschland
Radwege sollten nicht mehr plötzlich an einer Kreuzung enden. Neben den Kommunen, hat sich das Bundesverkehrsministerium (BMVI) zum Ziel gesetzt, möglichst viele Radwege an Bundesstraßen und Wasserstraßen zu bauen. Bei Neu- und Ausbau von Bundesstraßen soll in Zukunft deshalb immer geprüft werden, ob auch gleich ein begleitender Radweg gebaut werden kann. In Fällen, in denen das nicht der Fall ist, sollte dies künftig begründet werden.

Ziel 2: Vision Zero im Radverkehr
Wir brauchen breite, sichere Radwege, die im Idealfall auch klar vom Autoverkehr abgetrennt sind. Bei der Breite müssen wir daran denken, dass auch ausreichend Platz für neue Formen der Mobilität wie etwa Elektrokleinstfahrzeuge benötigt wird. Das BMVI plant höhere, wirksame Bußgelder für das unerlaubte Parken auf Schutzstreifen sowie für das Parken in zweiter Reihe.

Ziel 3: Urbaner Lastenverkehr wird Radverkehr
Experten schätzen, dass 20 Prozent des Lieferverkehrs per Rad abgewickelt werden kann. Das sollte unser Ziel sein. Das heißt z.B. Platz für Lastenräder. Die Kommunen können aber auch Verteilzentren einrichten, von denen aus die letzte Meile zum Kunden per Lastenfahrrad gefahren wird.

Ziel 4: Deutschland wird Fahrrad-Pendlerland
Der Bund stellt 25 Millionen Euro jährlich für breite und sichere Radschnellwege bereit. Der Bund wird hier mit den interessierten Kommunen und Ländern pragmatische Lösungen finden, wenn die Hürden dort möglicherweise für zu hoch erachtet werden. Denn Angebot schafft Nachfrage. Wenn wir erst breite, schnelle und lange Radstrecken haben, werden auch mehr Pendler aufs Fahrrad steigen.

Ziel 5: Deutschland wird Fahrradstandort
Das BMVI wird z.B. zum Wintersemester 2020 erstmals Hochschul-Professuren fördern, die sich mit Radverkehrsthemen beschäftigen.
Ziel ist es, Fachkräfte auszubilden, die ihr Know-how dann vor Ort in den Kommunen einbringen.

Ziel 6: Radverkehr wird intelligent, smart und vernetzt
Räder könnten in Zukunft einen Sender haben, über den sie mit den Ampeln und Fahrzeugen in der Umgebung kommunizieren können. Im Idealfall ist dann auf bestimmten Strecken eine grüne Welle für Radfahrer möglich und Autos können Radfahrer nicht mehr übersehen.

Ziel 7: Radverkehr erobert Stadt und Land
Darunter fallen auch die neuen Leuchtturmprojekte des BMVI, die in diesem Jahr erstmals mit insgesamt 20 Millionen Euro in den Kommunen gefördert werden können. Kommunen können sich noch in diesem Monat bewerben. Denkbar sind z.B. längere kreuzungsfreie Radverkehre in der Stadt mit Tunneln oder Brücken eigens für Radfahrer.

Ziel 8: Das Fahrrad im Zentrum moderner Mobilitätssysteme
Das BMVI arbeitet an einer Novelle der Straßenverkehrs-Ordnung, die den Radverkehr nutzerfreundlicher und damit noch attraktiver machen soll. Geplant ist z.B. ein Halteverbot auf Schutzstreifen. Das BMVI arbeitet außerdem daran, die Regelwerke und Handlungsempfehlungen zu überarbeiten, damit wir einheitliche und bessere Standards beim Radwegebau bekommen.

 

Quelle: https://zukunft-radverkehr.bmvi.de/bmvi/de/home

Stadt Wetter nimmt an Meldeplattform teil

Screenshot aus IVM Newsletter

Als mittlerweile 7. Kommune im Landkreis nimmt nun auch die Stadt Wetter an der Meldeplattform Radverkehr teil.

Weiterhin gibt es Signale aus den Kommunen Weimar und Cölbe, sich möglicherweise ebenfalls zu beteiligen. Das Radverkehrsforum Marburg-Biedenkopf empfahl kürzlich die kreisweite Teilnahme an der Meldeplattform.
Die gesamte Radwegweisung mit Ausnahme der hessischen Fernradwege wird in
Zukunft vom Landkreis gepflegt. Alle eingehenden Meldungen, die dieses Thema betreffen, könnten dann zentral verwaltet werden.

Entschließt sich eine Kommune zur Teilnahme, so ist dies ein starkes Signal dafür, dass sie der Radverkehrsförderung eine angemessene Bedeutung beimisst. Die resultierenden Verbesserungen der Bedingungen für den Radverkehr fördern den Umstieg auf das Rad und Menschen, die ohnehin schon regelmäßig mit dem Rad unterwegs sind, erfahren eine größere Beachtung ihrer Belange.

Elementar ist, dass das Werkzeug in der Kommunalverwaltung auch Anwendung findet. Wichtig ist dabei, dass der „Melder“ eine zeitnahe Rückmeldung bekommt. Wenn diese ausbleibt, wird er das Instrument als wertlos erachten und nicht erneut nutzen.

Hier finden sie den Hinweis auf der Internetseite der Stadt Wetter:
https://www.wetter-hessen.de/Freizeit/Freizeitaktivitäten/Radfahren

 

Mehr zum Thema:
Artikel „Meldeplattform für den Radverkehr“
Artikel „Relaunch der Meldeplattform Radverkehr

 

VerkehrsWetterbericht – ÖPNV

Für „Umsteiger oder Welche die es werden wollen“ wird von Seiten der Kommunen viel zu wenig Öffentlichkeitsarbeit gemacht. Werbung machen für Nutzung von Bus und Bahn bleibt weitgehend den Verkehrsträgern überlassen. Dabei könnten die Kommunen und Städte sehr viel gezielter werben, z. B. mit einem Statement wie diesem:

Wie soll ich ohne Auto Nachts um halb eins von Marburg zurück nach Treisbach kommen? Mit dem Bus natürlich ...und zwar in 30 Minuten!

Wir haben die Stadtverwaltung Wetter z. B. im Januar 2018 auf die deutliche Ausweitung der Verbindungen im Spätverkehr aufmerksam gemacht und gefragt, was sie beabsichtigt zu tun, um diese neuen Optionen ihren Bürgern auch bekannt zu machen. Die Reaktion war ein 2 mal 5 Zentimeter großer einmaliger Hinweis im Amtsblättchen. Das ist nun wirklich KEINE wirksame Form der Öffentlichkeitsarbeit!

Auch die örtliche Infrastruktur signalisiert nicht gerade, dass Busfahren eine echte Alternative zum eigenen Auto ist. Das Fahrgastwartehäuschen in Amönau Kalkwerk sieht seit Jahren so aus, als würde hier schon lange keine Bus mehr halten!

 

Die Aushangfahrpläne an der Haltestelle Banhnhofstraße sind dauerhaft vertauscht und das dort kaputtgefahrene Fahrgastwartehäuschen wurde über Monate nicht ersetzt…

Man könnte die Liste noch ein bisschen fortsetzen aber sieht man da etwa Licht am Horizont? Im Wetteraner Boten erschien kürzlich ein Statement des Fachdienstes „Stadtmarketing und Seniorenarbeit“, sowie ein tabellarischer Busfahrplan. Wir rätseln hier noch ein bisschen über die Aussagekraft diese Busfahrplans. Hier sind die Fahrten der Linien 60, 61 und 65 örtlich auf Wetter und die Stadtteile, sowie zeitlich auf die Fahrten von Mo.-Fr. (Vormittags) eingeschränkt, dargestellt. Erst einmal keine schlechte Idee um eine bestimmte Zielgruppe anzusprechen.
Statement und Busfahrplan im Wetteraner Boten hier klicken

Irritiert hat uns jedoch die große Überschrift „ENTWURF“. Wir dachten erst, dass hier die Vorschläge für eine Verdichtung des Taktes eingearbeitet sein könnten. Aber weit gefehlt! Bei Überprüfung stellten wir fest, das die Pläne sogar veraltet und somit teilweise falsch sind! Alle Fahrplanänderungen vom 25.02.2019 sind nicht berücksichtigt. Die korrekten Fahrpläne finden sie hierhttps://www.rnv-mobil.de/fahrplaene/busverkehre/
Eine Legende fehlt außerdem, so dass sich die Bedeutung der Abkürzungen in der Zeile „Verkehrsbeschränkung“ nicht erschließt.

Liebe Stadt Wetter!
Den Fahrgast, der sich aufgrund ihrer Veröffentlichung entschließt erstmals mit dem Bus zu fahren und um 07:20 Uhr in Todenhausen an der Haltestelle steht und auf den Bus nach Wetter wartet, der jedoch schon um 07:14 Uhr abfuhr, haben sie als“Umsteiger“ möglicherweise dauerhaft verloren!

Offensichtlich gibt es also Bestrebungen, die Taktung des Busverkehrs zwischen Wetter und den Stadtteilen zu verdichten. Dies soll in enger Zusammenarbeit mit dem den lokalen Verkehrsträgern geschehen.

In Gesprächen mit der Geschäftsführung der ALV
Oberhessen wurde klar, dass es bei Bedarf auch noch
zusätzliche freie Buskapazitäten gibt. Diese Buskapazi-
täten sollte man sich zu Nutze machen und das Know-
How der ALV Oberhessen nutzen, bevor man als
Kommune eigenständig einen Kleinbus anschafft und
ggf. ehrenamtlich tätigen Menschen die verantwortungs-
volle Aufgabe der Personenbeförderung überträgt.

Das ist sicherlich die richtige Einstellung. Obwohl die Akzeptanz der Bürgerbusse sich gerade gut entwickelt: Der ÖPNV ist öffentliche Daseinsvorsorge und gehört nicht in ehrenamtliche Hand. Ehrenamtliche könnte man gut einsetzen um Menschen die Nutzung des ÖPNV durch ein kostenloses Mobilitätstrainings nahe zu bringen.

Im Wetteraner Statement werden als Zielgruppen namentlich Seniorinnen und Senioren, sowie Schülerinnen und Schüler angesprochen. Man kann nur hoffen, dass man bei der Thematik auch an Berufspendler denkt, da diese einen großen Anteil am Verkehrsaufkommen haben.

Fraglich ist, wie das zusätzliche Angebot eigentlich finanziert werden soll!

Lobenswert ist natürlich das Angebot zur Bürgerbeteiligung:

Wenn Sie Fragen, Anregungen oder Wünsche haben
oder Kritik äußern möchten, dann schreiben Sie uns.
Wir sind interessiert an Ihrer Meinung.
stadtmarketing@wetter-hessen.de
Tel. 06423 / 82 41

 

Update 06.03.19:

Der Fachdienst der Stadt Wetter teilte am 04.03.19. auf Nachfrage mit, dass die Überschrift „Entwurf“ ein Versehen war.
Die Busfahrpläne seien Mitte Februar zugeliefert worden und man prüfe nun noch einmal deren Aktualität.

Die positive Nachricht:
Man beabsichtigt, zukünftig regelmäßig die Bürgerinnen und Bürger über die Busverbindungen zu informieren
und man sieht bzgl. den Veröffentlichungen auch noch Verbesserungsbedarf.

9+2 Fragen an die Cölber Bürgermeisterkanditaten (und die Antworten!)

Am kommenden Sonntag findet in Cölbe, gemeinsam mit der Landtagswahl, auch die Bürgermeisterwahl statt. Diese Gelegenheit haben wir genutzt, um die Kandidaten nach ihrer Meinung zu ausgewählten Verkehrsthemen zu befragen.  Wir wollten für Cölbe wissen, welche Entwicklung uns in Bezug auf die Förderung sanfter Mobilitätsformen bzw. umweltschonender Verkehrssysteme erwartet.

Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass sich in den Kommunen z. B. bei der Radverkehrsentwicklung nur dann konkret etwas ändert, wenn die Entscheidungsträger sich mit Herzblut für die Sache engagieren.
Burkhard Stork, Bundesgeschäftsführer des ADFC hat es in einem Kongress der CDU/CSU-Fraktion auf den Punkt gebracht:

"Die Bürgermeister müssen den heißen Atem im Nacken spüren"                 Redebeitrag Herr Stork auf YouTube

Gemeint hat er den Atem der Bundesregierung! Und wenn der heiße Atem nicht von oben kommt, dann muss er eben von unten kommen.  Wir haben einen Fragenkatalog erstellt und diesen der Kandidatin und dem Kandidaten mit der Bitte um Beantwortung zugesendet. Hier unsere Zusendung:

Fragen-Bürgermeisterkanditaten-Cölbe-Anschreiben.pdf
Das Anschreiben (pdf)
Der Fragenkatalog (pdf)

Freundlicherweise haben Beide unsere Fragen beantwortet. Das ist in der stressigen Wahlkampfzeit sicher keine Selbstverständlichkeit und zeigt, dass das Thema ernst genommen wird.
Hier nun die Rückmeldungen:

Carola Carius
Diplom-Ingenieurin FH
https://www.carola-carius.de/

Antworten Carina Carius (pdf)

Dr. Jens Ried
Wissenschaftlicher Geschäftsführer
http://www.jens-ried.de/

Antworten Jens Ried (pdf)

 

Einen Beitrag der Oberhessischen Presse zu den Antworten können Sie hier ansehen:

Wie fahrradfreundlich ist die Region? …Ihre Meinung zählt!

Ab 01.September können Sie Ihre Gemeinde oder Stadt öffentlichkeitswirksam bewerten!

Vom 01.September bis zum 30.November läuft die Umfrage „ADFC-Fahrradklima-Test 2018“.
Der Fahrrad-Club ruft gemeinsam mit dem Bundesverkehrsministerium wieder
Radfahrende dazu auf, die Fahrradfreundlichkeit von Städten und Gemeinden zu bewerten. Der Test soll helfen, die Stärken und Schwächen der Bedingungen für den Radverkehr zu erkennen. In diesem Jahr ist Familienfreundlichkeit des Radverkehrs ein Schwerpunktthema.

In der letzten Befragung (2016) hat im Landkreis Marburg-Biedenkopf außer Marburg leider keine andere Stadt die mindestens erforderliche Menge von 50 Teilnehmern erreicht um in die Auswertung zu kommen. Ergebnisse 2016 in einer Karte

Bitte beteiligen Sie sich an der Umfrage und ermuntern Sie befreundete Radfahrende ebenfalls teilzunehmen.
Die überwiegende Zahl der Entscheidungsträger in der der Region nehmen das Thema Radverkehr immer noch nicht richtig ernst.

Zeigen Sie Ihnen die Defizite auf!

In Marburg haben miserable Umfrageergebnisse aus dem Jahr 2014 eine sehr hohe Beachtung gefunden. Schon zwei Jahre später wurden punktuelle Fördermaßnahmen des Magistrats von den Radfahrenden bei der Bewertung honoriert und Marburg ergatterte einen Aufsteigerpreis!

Also mitmachen ab 01. September unter https://www.fahrradklima-test.de/

Antwort vom hessischen Umweltministerium – Rückbau asphaltierter Forstwege

Vom hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (Priska Hinz) habe ich inzwischen eine Antwort auf meine Anfrage erhalten.

Leider geht man hier fast ausschließlich auf den „Marburger Fall“ ein.
Mir ging es aber eben gerade darum, die hessenweiten Auswirkungen der Handlungsmaxime von HessenForst aufzuzeigen und den Widerspruch zu den Bestrebungen den Radverkehr zu fördern, zu skizzieren.
Man hätte meine Anfrage halt komplett lesen müssen um das zu verstehen, na ja.
Überhaupt wirkt das Antwortschreiben irgendwie „recycled“, d. h. dass es wahrscheinlich in ähnlicher Form am die genannten Marburger Politiker und Aktiven ging.

Aber was steht denn nun drin in der Antwort?

In großen Teilen nichts Neues. Es geht um die eigentliche Zweckbestimmung von Waldwegen, wie es das hessische Waldgesetz vorsieht.
Es wird grundsätzliche Gesprächsbereitschaft bzgl. der Wege auf den Lahnbergen signalisert.
Die Maßnahme am Hans-Helmut-Paul-Weg wird wohl aus finanziellen Gründen bis 2019 zurückgestellt.

Ein kleiner Satz hat mich aber dann doch aufhorchen lassen. In Bezug auf die Zweckbestimmung und den Status von Waldwegen heißt es hier:

Anderes würde nur gelten, wenn Waldwege im Sinne verkehrsrechtlicher Vorschriften als offizielle Radwege gewidmet würden und dann der zuständige Verkehrsträger (wie hier Ihre Stadt) verfahrensmäßig die Zuständigkeit für Ausbau, Unterhalt und Verkehrssicherheit als Radverkehrsweg übernähme.

Wer so etwas schreibt, scheint sich ja einer solchen Lösung nicht grundsätzlich zu verschließen.
Und genau hier müsste man ansetzen!
Dann hängt es nämlich vorwiegend am Geld und das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung wäre mit dem Auftrag der Radverkehrsförderung am Zuge hier finanzielle Hilfen in Aussicht zu stellen!
Von dieser Stelle habe ich übrigens auch nach zweiter Anfrage bisher keinerlei Rückmeldung erhalten!

Also Herr Al-Wazir, kaufen Sie doch Frau Hinz mal ein paar Waldwege ab und schenken Sie sie den Radfahrern! Die hätten es verdient!

 

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Interessenkonflikt beim Rückbau asphaltierter Forstwege – Brief an die hessischen Ministerien

Über das Verhalten von Hessen Forst bzgl. Rückbau von asphaltierten Forstwegen wurde hier berichtet.

Was die aktuellen Auswirkungen in Marburg betrifft, gibt es bereits massiven Widerstand.

Zum Beispiel:

Da es aber nur eine Frage der Zeit ist, dass in der Region der nächste Wald-(Radweg) an der Reihe ist wollte ich darauf aufmerksam machen, das hier ein gravierender Interessenkonflikt für ganz Hessen besteht. Aus den Landesverbänden des ADFC oder des VCD hört man zu dem Thema leider gar nichts. Daher habe ich einen Brief an die hessischen Ministerien geschickt.

Hier der Brief: Interessenkonflikt beim Rückbau asphaltierter Forstwege

 

Ministerien:
1. Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, (Tarek Al-Wazir)
2. Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, (Priska Hinz)

Ich bin gespannt auf die Antwort!

Lücken für Berufspendler auf der Buslinie MR-65

Trotz deutlicher Verbesserung im Spätverkehr der Buslinie MR-65 wird es voraussichtlich weiterhin Takt-Lücken für Berufspendler aus den westlichen Wetteraner Ortsteilen geben.

Im Rahmen der Bürgerbeteiligung bzgl. der Erstellung des Nahverkehrsplan für den Landkreis habe ich auf diese Lücken aufmerksam gemacht. (Anlage I-2, Seite 22/42)

Meine Anregung im Zuge der Bürgerbeteiligung:
 Taktung Bus 65 von Wetter nach Biedenkopf 
 Der Bus 65 von Wetter Bahnhofstrasse Richtung Biedenkopf bzw. Treisbach
 hat eine Taktlücke zwischen 16:10 und 18:15!
 Ideal wäre hier noch eine Fahrt ab ca. 17:20 Uhr denn dann würde sich ein 
 Anschluss aus Marburg Innenstadt mit Bus 482 ohne Umstieg an Marburg HBF 
 ergeben.
 Auch die folgenden AST‐Abfahrten haben eine Lücke zwischen 18:50 und
 20:50 Uhr. Dadurch läuft die RB 43 (Ankunft 19:44 in Wetter) ins Leere.
 Beide Lücken fallen in den Zeitraum der Berufspendler!

Antwort der Moderation:
 Vielen Dank für Ihre Anregung. Bei der Linie MR‐65 handelt
 es sich um eine Erschließungslinie. Hierbei wurde festgelegt,
 dass bei entsprechender Nachfrage das Angebot über das
 Niveau der Grundversorgung hinaus verstärkt werden kann.
 Bislang gab es noch keine Hinweise auf eine zusätzliche
 Bedienung. Wir werden Ihre Anregung im Zuge der
 Aufstellung des Nahverkehrsplans berücksichtigen.
 Ihre RNV‐Moderation

Anmerkung des RNV:
 Wird im Nahverkehrsplan berücksichtigt.
 Der Fahrplan der Linie MR‐65 soll verstetigt werden.

 

In der finalen Fassung des Nahverkehrsplans auf Seite 145 finden sich nun die geplanten Veränderungen zum Status-Quo zur Line MR-65:

MR-65 Ausweitung der Betriebszeiten in den Abendstunden.
 Verstetigung des Angebots im Abschnitt zwischen Wetter-Treisbach
 und Biedenkopf.

Ja, Sie lesen richtig, …“zwischen Wetter-Treisbach und Biedenkopf“!

Amönau, Oberndorf und Warzenbach sollen also außen vor bleiben?

Seit Dezember gibt es trotzdem weitere Verbindungen, die allerdings für Berufspendler kaum nützlich sind. Die neue Abfahrt 16:57 Uhr liegt sicherlich vor der durchschnittlichen Rückfahrt vom Arbeitsplatz.
Das m. E. sehr attraktive „Durchbinden“ der Busverbindung 482 aus Marburg Innenstadt, jetzt MR-60, wurde leider nicht berücksichtigt (Erlenring 17:04 – Wetter 17:26).
Die Lücke zwischen den beiden Rufbus-Verbindungen besteht auch nach wie vor. Gerade diese ist absolut unverständlich. Hier könnte man ein zusätzliches Angebot um 19:50 Uhr machen. Die hohe Auslastung der Verbindungen 18:50 Uhr und 20:50 Uhr würde dies rechtfertigen und für Pendler aus FFM oder Kassel ist dies ein durchaus realistischer Rückreisezeitpunkt.

Ich werde diesbezüglich nachfragen und hier berichten.

 

Quellen: